Mord in Graz: Frau auf offener Straße mit vier Schüssen regelrecht hingerichtet!
- Mutmaßlicher Täter ist vorbestrafter Gewalttäter
- Zwei Mädchen beobachteten den Mord
Regelrecht hingerichtet wurde Sonntagnacht auf offener Straße eine 53 Jahre alte Frau aus dem Bezirk Leibnitz. Ein unbekannter Mann hatte die Frau nach einem Wortwechsel mit vier Schüssen aus geringer Distanz in den Kopf und Brustbereich getötet. Die ermittelnden Beamten vermuten, dass es sich bei dem Mörder um den ehemaligen Lebensgefährten der Frau, einen 59 Jahre alten Maler, handeln könnte.
Am Montag verdichtete sich die Hinweise auf den Ex-Lebensgefährten als mutmaßlichen Täter. Der Mann, der noch bewaffnet sein dürfte, blieb aber zunächst unauffindbar. Bekannt wurde auch, dass der 59-jährige Grazer bis 1997 eine mehrjährige Haftstrafe wegen eines Gewaltdelikts verbüßt hatte.
Der beschäftigungslose Maler und Anstreicher wohnt in der Nähe des Tatorts. Er hat nach der Bluttat in seinem Auto die Flucht ergriffen. Da die Tatwaffe, die er illegal besitzt, nicht gefunden werden konnte, geht die Kripo davon aus, dass der Mann sie noch bei sich führt. Wie es hieß, sei der 59-Jährige als Gewalttäter bekannt: Er habe eine mehrjährige Haftstrafe in Deutschland verbüßt, weil er seine - mittlerweile geschiedene - Ehefrau schwer verletzt hat.
Sein nunmehriges Opfer hatte der mutmaßliche Mörder im April kennen gelernt. Nach einem längeren gemeinsamen Urlaub hatte sich die Köchin von ihm getrennt. Er sei "ausgerastet", nicht aber gewalttätig geworden, erfuhren die ermittelnden Beamten von der Tochter des Opfers, die der Beziehung ablehnend gegenüber gestanden war. Nach einer kurzen Trennung habe sich die Frau aber für eine "zweite Chance" entschieden.
Tathergang
Die Bluttat ereignete sich gegen 21.25 Uhr im Bezirk Wetzelsdorf. Wie zwei Zeuginnen - Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren - beobachtet hatten, war die Frau schnellen Schrittes den Gehsteig entlang zu ihrem Auto gegangen. Der mutmaßliche Täter Albin R., der lediglich Boxershorts und einen Pullover anhatte, aber keine Schuhe trug - die Kriminalisten vermuten, dass er nach einem Streit in seiner Wohnung keine Zeit mehr hatte, eine Hose oder Schuhe anzuziehen -, sei ihr gefolgt und habe sie an der Kreuzung Unterer Bründlweg - Am Jägergrund eingeholt. Nach einem kurzen Wortwechsel seien dann die vier Schüsse gefallen.
Wie es von Seiten der Polizei heißt, habe es sich um eine regelrechte Hinrichtung gehandelt. Der mutmaßliche Mörder hat das Opfer, seine ehemalige Lebensgefährtin, eine 53-jährige Köchin aus dem Bezirk Leibnitz (der Name ist bekannt, dürfe aber laut Polizei nicht veröffentlicht werden), zu Boden gestoßen. Dann schoss er ihr mit einer Faustfeuerwaffe, die er vermutlich nach wie vor bei sich trägt, aus nächster Nähe zwei Mal und, mit einem gewissem zeitlichen Abstand, ein drittes und viertes Mal in den Kopf- und Brustbereich. Nach den ersten Schüssen habe das Opfer noch aufgeschrien, so die Zeuginnen.
Als der mutmaßliche Mörder, der 59 Jahre alte Grazer, anschließend flüchtete, liefen die beiden Mädchen nach Hause und ihre Eltern verständigten Rettung und Polizei. Als der Notarzt am Tatort eintraf, konnte er nichts mehr für die Südsteirerin tun. Die Exekutive leitete eine Großfahndung ein, vom Täter fehlte aber bisher noch jede Spur. Der Maler dürfte mit seinem grünen Opel Vectra mit Grazer Kennzeichen auf der Flucht sein. Nach Angaben der ermittelnden Beamten werden sie noch in den nächsten Stunden einen Haftbefehl für den 59-Jährigen erhalten. (apa/red)
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