Donnerstag, 19. August 2004

Sommerliche Hitzeeinwirkung kann Medikamente in Autoapotheke verderben

  • Arzneien sind nicht mehr wirksam - Salben schmelzen
  • Temperaturen bis zu 70 Grad Celsius im Auto möglich

Ein schattiger Parkplatz bei Sommerhitze ist Gold wert. Doch eine Parklücke unterm Baum ist nicht nur für die Fahrgäste beim neuerlichen Einsteigen angenehm. Sie schützt auch die Medikamente in der Autoapotheke. Denn bei allzugroßer Hitzeeinwirkungen schmelzen die Arzneien im Wageninneren buchstäblich dahin.

"Die meisten Medikamente sind für Zimmertemperaturen um 20 oder 22 Grad gedacht" erinnert ARBÖ-Verkehrsmediziner Josef Nagler. An heißen Sommertagen könnten sich Autos jedoch in Backöfen mit bis zu 70 Grad Celsius verwandeln. Salben in der mitgeführten Apotheke schmelzen bei diesen Temperaturen und werden ranzig. Sie würden also auch bei einer nachherigen Kühlung verdorben bleiben. Drastischere Folgen kann die Hitzeeinwirkung bei Tabletten nach sich ziehen: "Einzelne Bestandteile können hervortreten und Wechselwirkungen erzeugen, die Nebenwirkungen hervorrufen", so Josef Nagler. Auch Pflaster würden den hohen Temperaturen nicht standhalten und ihre Haftfähigkeit verlieren.

Am "Hitze-Parkplatz" raus mit der Apotheke
Bei fahrendem Auto sei die Haltbarkeit von Medikamenten auch im Sommer kein Problem. Für parkende Fahrzeuge rät der ARBÖ jedoch, alle Arzneimittel herauszunehmen, sofern kein kühler Parkplatz gefunden werden kann. Zu achten sei allenfalls darauf, die Apotheke wieder ins Auto zu geben, denn wer ohne erwischt wird, riskiere eine Geldstrafe von 14 Euro. "Bestraft wird auch, wer eine Apotheke mit bereits abgelaufenen Inhalten mitführt". (apa/red)

19.8.2004 12:19