Hot Spot Meatpacking District: Pittoresker Stadtteil als neues In-Viertel New Yorks!
- FORMAT: Soho ist out - der Meatpacking District ist in!
- PLUS: Die Bilder der Top-Hotels mit Aussicht!

·Meeting im Meat-packing District!
BILDER: Die tollsten Hotels & Restaurants!
·Städteranking: Hier lebt man kostspielig!
Tokio ist die teuerste City der Welt, Wien auf Platz 19!
·Günstige US-Reisen!
Billig wie nie ins Einkaufsparadies!
·Einreise in die USA: Pass gilt bis 2005!
Aber: George W. Bush will ab 9/04 Fingerabdrücke!
·2003: New York feiert 38 Mio. Gäste!
Urlauber gaben 16 Mrd. Dollar im Big Apple aus!
Wer schon länger nicht das Vergnügen hatte, dem Big Apple einen Besuch abzustatten, wird jetzt staunen. War beim letzten Besuch das hippe Soho Zentrum der Welt, ist jetzt alles schon wieder ganz anders. Neuer New York-Hot Spot ist eindeutig der Meatpacking District zwischen Chelsea im Norden und dem Greenwich Village im Süden...
Sie sind schon einige Jahre nicht in New York gewesen, und jetzt kommen Sie wieder, bewaffnet mit all dem Wissen über die Stadt, das Sie bei zahllosen Besuchen angesammelt haben - und stellen fest: Verdammt, schon wieder alles anders. Soho? Das war doch beim letzten Besuch noch das hippe Zentrum der Welt - und nun? Dutzendläden, wie man sie in jeder amerikanischen Shopping Mall findet. Chelsea? Galt doch gerade noch als das neue In-Viertel und ist schon wieder out. Williamsburg in Brooklyn? Kaum war der Hype da, ist er auch schon wieder weg.
Wohin also? Schauen Sie sich den so genannten Meatpacking District an! Der liegt an der West Side, zwischen Chelsea im Norden und dem Greenwich Village im Süden. Er wird begrenzt von der 14. und der 12. Straße, von der Hudson Street und dem Hudson River.
District der Fleischlagerhallen & Kühlhäuser
Der Meatpacking District war - der Name sagt es - einst das Viertel der großen Fleischlagerhallen und Kühlhäuser. Von hier aus wurde Manhattan mit Fleisch versorgt. In den 80er und 90er Jahren war das eine ziemlich raue Gegend: Straßenstrich, Transvestiten, Gangs, Truck Driver, Schwulenclubs. Ein "meat market" im wahrsten Sinn des Wortes. So mancher New Yorker Gangster- und Bandenfilm wurde hier gedreht. Dabei ist die Gegend ziemlich pittoresk: niedrige Häuser, phantastische Stahlkonstruktionen, klassische New Yorker Architektur, wie man sie kaum noch wo findet, Kopfsteinpflaster in den engen Straßen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Straßenblöcke von Trendsettern, Künstlern und cleveren Geschäftsleuten entdeckt werden. Jetzt ist es geschehen.
Seit einigen Jahren wird hier revitalisiert, wie man das nur in New York beobachten kann. Hotels, Restaurants, Boutiquen, Werbeagenturen, Filmfirmen ziehen in die leeren Hallen und Lofts. Am Tag herrscht eine entspannte Bohème-Atmosphäre, am Abend und in der Nacht aber ist im dichten Gedränge kaum ein Weiterkommen.
Schlafen
In den letzten Jahren sind im Meatpacking District drei neue Hotels entstanden, alle drei mit einer sehr speziellen Zielgruppe. Wenn Sie es eher modern und praktisch wünschen, dann wird das Gansevoort Ihr Hotels sein, wenn Sie es schick und hip wollen, dann empfiehlt sich das Maritime Hotel, und wenn Sie ein Film- oder Popstar auf dem Weg nach Hollywood sind und Zwischenstation in New York machen, dann ist das Soho House Ihr Domizil.
Das Soho House gehört dem angesagten Londoner Soho Club, dem Treffpunkt der englischen Film- und Medienszene. Auch wenn das New Yorker Soho House in erster Linie ein Members-only-Hotel ist, so werden frei bleibende Zimmer an Nichtmitglieder vermietet. Zimmer gibt es in vier Größen, die nennen sich Playpen, Playroom, Playhouse und Playground. Wo in anderen Hotels die Bibel im Nachtkästchen liegt, ist es im Soho House eine Ausgabe des Kamasutra. Ja, solche Leute wohnen dort. Das Soho House hat - was in New York sehr selten ist - einen Rooftop-Pool. Und es ist so hipp, dass es Schauplatz für etliche Szenen in der Fernsehserie "Sex and the City" war.
Das Maritime Hotel liegt an der Grenze des Meatpacking Districts zu Chelsea. Früher war hier das Headquarter einer Gewerkschaftsorganisation, heute ist es ein Hotel, das keine Fenster, dafür aber Bullaugen in jedem Zimmer hat - daher der Name. Außerdem spukt es. Einige Gäste haben das so glaubhaft versichert, dass sogar die seriöse "New York Times" eine Reporterin vor Ort schickte, um dem Phänomen nachzugehen. Sie kehrte ohne Erfolg in ihre Redaktion zurück.
Essen und Trinken.
Das Florent gibt es seit 1985, und damals stand es in einer Gegend, die als "off limits" für Touristen galt. Gleich ums Eck war der Transvestitenstrich, und auch sonst trieben sich da eher wilde Gestalten herum. Aber das war ja das New York, von dem wir zuhause dann gerne erzählten. Dieses Lokal, das ganz unprätentiös nach dem Vorbild der 50er-Jahre-Diners gestaltet wurde, bot schon damals herzhafte amerikanisch-französische Kost rund um die Uhr und wurde schnell Treffpunkt eines bunt gemischten Szenevölkchens. Es hat nichts von seinem Charme verloren. Einige Häuser weiter ist das Pastis von New Yorks innovativstem Szenegastronomen Keith McNally. Französische Küche, die mehr verspricht, als sie hält.
Heute heißt das angesagteste Lokal Spice Market und wird von Starkoch Jean-Georges Vongerichten betrieben, der mit seinen Restaurants Jean-Georges, Vong und 66 in der obersten Liga von New Yorks Esstempeln spielt. Wenn Sie ins Spice Market wollen, sollten Sie einige Wochen vor Anreise anrufen: Die Wartelisten sind lang. Die Einrichtung ist einige hundert Jahre alt und wurde aus Indien importiert. Es gibt südostasiatisches Streetfood, veredelt und verfeinert. Sehr lecker.
Das Matsuri finden Sie etwas versteckt im Keller des Maritime Hotels. Die Suche lohnt sich. Nicht nur weil hier die Sushis und der Sake ganz hervorragend sind - es ist auch ein guter Ort zum Star-Spotting. Sophia Coppola ließ hier die Premierenparty für ihren Film "Lost in Translation" steigen. Übersehen Sie nicht den kleinen Pop Burger an der Ninth Avenue! Cooles Ambiente für einen schnellen Hamburger.
Einkaufen.
Die interessantesten Einkaufsadressen finden Sie an der West 14th Street. Pionier Jeffrey mit seiner eklektischen Mischung, die von Edelkollektionen wie Prada bis zu Vintage-Tour-T-Shirts von Punkbands der 80er Jahre (die dann so um die 300 bis 400 Dollar kosten) reicht, zog vor mehr als fünf Jahren in den damals noch recht wilden New Yorker Westen. Inzwischen sind die Stardesigner der jüngeren Generation nachgezogen. Stella McCartney, Alexander McQueen. Und Carlos Miele, der originelle Brasilianer. Und während man sich in die teuren Designerklamotten hüllt, muss man an das Wort Meatpacking denken und an die neue Bedeutung, die es so gefunden hat.
(Mehr in FORMAT 34/2004)
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