Donnerstag, 19. August 2004

Bequemes Whale-Watching auf Sylt: Man muss nicht weit reisen um Wale zu sehen

  • Rund um die Insel tummeln sich häufig Schweinswale
  • PLUS: Warum sich die Wale vor Sylt so wohlfühlen

"Whale-Watching" vom Strandkorb aus lautet auch diese Saison wieder die Devise auf Sylt. Bei ruhigem Sommerwetter lassen sich die grauen Meeressäuger besonders häufig beoachten. Die Gewässer rund um Sylt gelten als Kinderstube der Schweinswale. Da kann es schon vorkommen, dass eine Mutter mit ihren Jungen durch die Badegäste hindurchschwimmt.

Ein bisschen Glück gehört schon dazu, um gemütlichen vom Strandkorb aus einen der kleinen, delfinähnlichen Wale zu sehen. Meist ist beim Sylter "Whale-Watching" nur der Rücken mit der dreieckigen Flosse zu sehen, der beim Schwimmen in regelmäßigen Abständen an die Oberfläche kommt. Manchmal kommt es aber vor, dass Walmütter mit ihren Jungen mitten durch die Badegäste hindurchschwimmen. Ein aufregendes aber harmloses Vergnügen.

Wale im Wattenmeer
Dass Schweinswale sich im Wattenmeer tummeln, ist relativ unbekannt - viele der Beobachter halten die bis zu 1,80 Meter langen Schweinswale deshalb zunächst für Delfine. Im 19. Jahrhundert gab es in der Nordsee massenhaft Schweinswale. Mittlerweile sind die hübschen Tiere mit der flachen Schnauze jedoch gefährdet. Jedes Jahr landen rund 7000 Schweinswale als Beifang in den Netzen der Fischer. Dennoch schätzen Forscher den Bestand auf über 260.000 Tiere.

Walparadies Sylt
Warum die Wale nur vor Sylt, selten auch vor Amrum, auftauchen und nicht von den anderen Inseln aus zu sehen sind, ist noch nicht ganz geklärt. Als Grund wird unter anderem der starke Schiffsverkehr in der Deutschen Bucht vermutet. Aber auch die Tatsache, dass der Meeresgrund vor Sylt relativ steil abfällt, könnte die Wale anlocken. Nicht zu vergessen der reich gedeckte Tisch des Wattenmeers, wo für die frisch gebackenen Walmütter und ihren Nachwuchs, der im Juni zur Welt kommt, Sandaale, kleine Schollen, Heringe und Makrelen im Überfluss zu finden sind.(red)

19.8.2004 15:45