Dienstag, 17. August 2004

Abenteuer-Wandern durch mystische Tiroler Schluchten mit Herzklopf-Garantie!

  • Hiking mit Kick: Wolfsklamm, Kundler-Klamm & Co.!
  • PLUS: Die besten Wanderwege durch Österreich!

Unter den zahlreichen Wanderrouten in Tirol gehen einige besonders anspruchsvolle über kleine Holzbrücken durch wildromantische Schluchten: Hier weben sich seit jeher die Sagen von selbst...

Nichts außer dem Rauschen des Baches, dem Zwitschern eines Vogels oder dem Wind in den Baumwipfeln ist zu hören: Ganz besonders im Sommer, wenn die Temperatur steigt, kühlt man gerne während einer Wanderung durch eine Klamm oder eine Schlucht in den aufsteigenden frischen Nebeln des rauschenden Baches ein wenig ab. Wandern im Herz der Alpen bedeutet Abwechslung und abzuschalten - weg vom Alltagstrott, eintauchen in die Ruhe und Stille der Natur.

Mytische Schluchten
In Tirol sind etliche Schluchten für Naturliebhaber erschlossen. Zu den bekanntesten zählen die Wolfsklamm bei Stans in der Nähe von Schwaz (sie führt zum Kloster St. Georgenberg), die Kundler-Klamm (eine wahre Fundgrube für Hobbygeologen; die Fundsteine kann man in Kundl bei Tirols einziger Steindreherei zu exklusiven Gebrauchsgegenständen verarbeiten lassen), die Rosengartenschlucht bei Imst, die Radurschlklamm bei Pfunds im oberen Inntal sowie die neu ausgebaute Galitzenklamm unweit der Stadt Lienz in Osttirol.

Sagenumwobenes Naturschauspiel hinter dem Wasserfall in Zams
Bereits im vorigen Jahrhundert wurden die Besucher mit Kutschen zum Ausgangspunkt des Naturschauspiels, dem Wasserfall am Beginn der mystischen Klamm im „Zammer Loch“, gebracht. Die Geheimnisse des „Zammer Lochs“ allerdings – das hintere Ende der Klamm - blieben bislang nur den wagemutigen Kletterern vorbehalten. Seit Mitte Juni ist Tirols sagenumwobene Klamm auch für Nichtkletterer zugänglich; durch die gesamte Schlucht zieht sich nun ein insgesamt 620 Meter langer Steg entlang der Felsen und durch eigens errichtete Stollen zum „Zammer Lochputz“. Der Sage nach befindet sich im Zammer Loch ein steinerner Stierkopf, genannt der „Zammer Lochputz“, sowie der Kopf einer Nymphe. Mit ein bisschen Fantasie sind diese Köpfe in den bizarren Felswänden auch gut zu erkennen. Von Juni bis August ist die Zammer Klamm täglich von 10 bis 18 Uhr, von September bis Oktober von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen auf Voranmeldung unter
Tel. :+43.5442.65600, Fax: +43.5442.65600-15, info@tirolwest.at, www.tirolwest.at bzw. www.zammer-lochputz.at

Schluchten-Erlebnis über die Grenze Tirols hinaus
In Leutasch in Tirol wird im Herbst 2004 ein 1,4 Kilometer langer Naturerlebnispfad fertiggestellt. Er führt durch die Kalkalpen-Schlucht der Leutasch. Die Route liegt teilweise in Deutschland. Auf vier verschiedenen Strecken kann man bald die Leutasch-Klamm (von Leutasch bis Mittenwald) durchqueren. Die einfachste Route mit der Leutascher Ache als Ausgangspunkt ist besonders für Familien und ältere Menschen gedacht. Der Weg führt auch an einem Kraftwerk vorbei, das zu einem Schaukraftwerk umgebaut wird. Die längste Route reicht bis nach Mittenwald, wo ein Teil der Schlucht bereits ausgebaut ist. Die übrigen Bereiche der Klamm werden durch neue Gehwege und Brücken erschlossen, die so naturschonend wie möglich angelegt werden. Infos: Tel. : +43.5214.6207,
Fax: +43.5214.6965, info@leutasch.com, www.leutasch.com

Die Blaue Grotte in Imst zeigt erstmals ihr silbern schimmerndes Kleid
Die bis in die Römerzeit zurück gehende Blaue Grotte am Ende der Rosen-gartenschlucht wurde ausgebaut und ist nun auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Bisher war die Blaue Grotte bei Hochimst nicht für Jedermann und auch nicht unbeschwert erreichbar. Seit Anfang Juni führen neu errichtete Wege auch Familien mit Kindern über die felsige, wildromantische Rosengartenschlucht direkt zur Grotte, in der die jahrhundertlange Suche nach Silber schimmernde Spuren hinterlassen hat. Das Besondere an der Blauen Grotte ist die Geschichte ihre Entstehung: Schon vor 2000 Jahren zur Römerzeit wurde hier fleißig gearbeitet und nach silberhaltigem Bleiglanz gesucht. Der Geologe Peter Gstrein vermutet, dass bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt mit der Feuersetzmethode abgebaut wurde; dabei wurde das Gestein des Felsens durch die Erhitzung spröde und konnte auf diese Weise leichter abgeschlagen werden. So entstand die Blaue Grotte, die wohl in ihrer Art einzigartig in Tirol ist. Der Weg zur Blauen Grotte ist abenteuerlich und wild-romantisch; er führt direkt durch eines der wertvollsten Biotope in ganz Tirol, die Rosengartenschlucht. Tirols Landesgeologe Peter Gstrein ist begeistert: „Ich setzte vor 43 Jahren den ersten Schritt in die Blaue Grotte, die von Menschenhand geschaffen wurde. Schon damals faszinierte mich die enorme Leistung, die die Bergleute erbracht haben müssen. Ein Arbeiter schaffte es, in einer achtstündigen Schicht circa 20 Kilogramm Gestein aus dem Massiv zu schlagen. “

Mit Hammer und Meisel trieben die Bergleute Stollen in den Stein und schufen einen mannshohen Gang, der 35 Meter misst. Wenn man bedenkt, dass an einem Tag zirka ein Zentimeter Gestein abgearbeitet werden konnte, kann man sich ausrechnen, wie lange die Bergarbeiter brauchten, um eine derartige Länge zu erzielen: Gute drei Jahre. Erst ab 1670, zu Beginn der Neuzeit, wurden Sprengungen üblich. Da es in der Blauen Grotte keinerlei Hinweise auf Sprengungen gibt, wird vermutet, dass dort ab diesem Zeitpunkt mit dem Abbau aufgehört wurde. Näheres über die genaue Geschichte der Imster Klamm erfährt man jeden Montag bei einer kostenlosen Führung beginnend in Imst. Infos: Tel. : +43.5412.6910, Fax: +43.5412.6910-8, info@imst.at, www.imst-gurgltal.at

17.8.2004 09:22