DDR-Nostalgie: Erstes Plattenbau-Museum der Welt wurde in Dresden eröffnet
- Rund 1500 Quadratmeter große Ausstellungsfläche
- Die Produktion der eigenen Betonplatte bald möglich
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Die DDR-Nostalgie in Deutschland scheint kein Ende zu nehmen. Nun wurde in Dresden das erste Museum für Plattenbauten eröffnet. Die Billigvariante des Wohnhauses steht stellvertretend für den ehemaligen Ostblock. Auf 1500 Quadratmetern wird Baumaterial und Wohnklima in den "Wohnquadern" vermittelt.
Das vermutlich weltweit erste Museum für Plattenbauten wurde in Dresden eröffnet. Unter dem Titel "Betonzeitschiene" macht die Ausstellung auf 1500 Quadratmetern mit der Geschichte dieser Bautechnologie in der DDR bekannt. Neben Baumaterial sind auch Platten-Teile zu sehen. Nach Schätzungen entstanden in der DDR auf diese Art mehr als zwei Millionen Wohnungen.
Arbeiterschließfach oder Wohnklo mit Kochnische
Das Bauen mit Platte gab es schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Heute werden die Plattenbauten mancherorts wieder abgerissen. Die Wohnungen wurden als "Arbeiterschließfächer" oder "Wohnklo mit Kochnische" verspottet. Doch die "Platte" - zumindest in sanierter Form - scheint heute besser als ihr einstiges Image.
Der Plattenbau: Billig, einfach und gute Lage
"In den Häusern von Dresden-Johannstadt gibt es nur 4 Prozent Leerstand", sagt Werner Ehrlich, der Erfinder des Plattenmuseums, und verweist auf die Vorzüge: moderate Kosten, gute Grundrisse und im Fall von Johannstadt auch die günstige Lage nahe der Elbe und des Zentrums. Viele Neubaugebiete in Ostdeutschland führten aber am Stadtrand ein Schattendasein. Heute bleiben dort abends viele Fenster dunkel. Nach Schätzungen stehen rund 300.000 Wohnungen leer.
Jedem Besucher seine persönliche Betonplatte
Künftig sind dort auf einer Fläche von etwa 1500 Quadratmetern Zeugnisse der Plattenbaukunst zu bewundern. Im ehemaligen Pförtnerhäuschen des Werkes will Ehrlich einen Informationsstand einrichten. Dort sollen Interessenten irgendwann einmal ihre persönliche Betonplatte produzieren können - "so, wie in der Backstube Oma die Plätzchen gebacken hat", sagt der Museumsgründer. (apa/red)
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