Montag, 16. August 2004

Anläßlich Olympia: Europarat kritisiert die Diskriminierung von Frauen im Sport!

  • Laut Bericht werden Frauen schlechter bezahlt!
  • Und: Kritik an sexistischer Sportberichterstattung!

Anlässlich der Olympischen Spiele von Athen hat eine Abgeordnete des Europarates die Diskriminierung von Frauen im Sport kritisiert. Die Portugiesin Manuela Aguiar (EVP) hob hervor, dass Frauen im Sport noch immer unterrepräsentiert seien und die Sportberichterstattung nach wie vor sexistisch geprägt sei. Zudem gebe es nur eine Handvoll Frauen, die in leitenden Positionen der Sportorganisationen tätig sind, heißt es in einer Aussendung....

Manuela Aguiar betonte, dass die Chance, Sport zu treiben oder vom Sport zu leben, noch längst nicht allen gleichermaßen offen stehe. Die Abgeordnete bereitet derzeit einen Bericht über die Diskriminierung von Frauen und Mädchen im Sport vor, über den die Parlamentarische Versammlung des 45 Mitgliedstaaten umfassenden Europarates debattieren wird.

Niedrigere Siegprämien
Es ist ein gutes Zeichen, dass der Anteil der Frauen bei Olympischen Spielen seit 1900, als sie das erste Mal teilnehmen durften, stetig gestiegen ist (2000 waren 38 Prozent der Teilnehmer an den Olympischen Spielen Frauen). Jedoch gibt es noch immer weit mehr Männer als Frauen, die in den technischen und medizinischen Teams arbeiten. Außerdem sind die meisten Trainer Männer. Sportlerinnen werden schlechter bezahlt als Sportler und erhalten weniger Unterstützung durch Sponsoren. Auch die Siegprämien sind bei Frauen niedriger als bei Männern. Zudem wird über Frauen in den Sportmedien weniger berichtet, erklärte Aguiar.

Sex-Berichte im Vordergrund
Berichterstattungen über Sportlerinnen sind nach wie vor sexistisch geprägt: Entweder werden Frauen als hübsch und sexy, also als heterosexuelle Produkte dargestellt, oder aber als die den alten Klischees entsprechende stämmige, maskuline und hässliche Sportlerin, liest man in der Aussendung weiter.

In einem Entwurf ihres Berichts forderte Aguiar vom IOC einen bestimmten Prozentsatz an Frauen in den Sportverbänden zu garantieren, die Medien dahingehend zu sensibilisieren, dass diese keine sexistischen Berichterstattungen mehr liefern und dafür zu sorgen, dass Mädchen in den Schulen an Sportarten beteiligt werden, die bisher als Männersportarten galten. Darüber hinaus erklärte Aguiar, dass Sportlerinnen auch die bestehenden Anti-Diskriminierungsgesetze in Anspruch nehmen sollten, um eine gleiche Bezahlung und gleiche Siegprämien einzufordern.

(apa/red)

16.8.2004 09:31