Mittwoch, 18. August 2004

Olympia: A Star is born! Wunder-Knabe Markus Rogan holt Silber für Österreich

  • Cool holte er für Österreich die erste Medaille dieser Spiele und die erste der Schwimmer seit 100 Jahren

Markus Rogans Erfolgsgeheimnis, sein Kampf gegen die Dopinggerüchte und die nächsten Ziele.
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Schon als Zehnjähriger hat er vorm Fernseher davon geträumt, 1992 bei den Übertragungen der Schwimmbewerbe aus Barcelona: einmal bei Olympischen Spielen auf dem Siegerpodest stehen. Am Montag, 16. August, kurz nach 19 Uhr, ging für Markus Rogan dieser Traum in Erfüllung. Nach einer dramatischen Aufholjagd auf den letzten 50 Metern schlug der 22-jährige Wiener im 100- Meter-Rückenfinale hinter seinem Freund, Weltrekordler Aaron Peirsol, als Zweiter an.
Ein persönlicher Triumph für Rogan, ein historisches Ergebnis, das den Rahmen der üblichen Superlative sprengt: Es war die erste olympische Schwimmmedaille für Österreich seit fast hundert Jahren. In der internationalen Sportwelt wahrscheinlich mehr wert als so mancher Olympiasieg oder Weltmeistertitel im Skifahren. Ein Erfolg, von dem mit Ausnahme des kleinen Markus vor zwölf Jahren auch hierzulande nur die wenigsten zu träumen gewagt hätten. Die Medaille ist aber das Ergebnis eines außergewöhnlichen Talents, unbändigen Ehrgeizes und jahrelanger professioneller Trainingsarbeit.

Die Drogen-Intrige. Allerdings: Es wäre nicht Österreich, wenn in dieser sporthistorischen Stunde nicht auch fieberhaft nach „schwarzen Flecken“ auf der weißen Weste des neuen Champions gesucht würde. Nicht einmal 24 Stunden nach der Siegerehrung im Athener Aquatic Center, bei der Rogan auf dem Podium demonstrativ die rotweiß-rote Fahne schwenkte, wurde aus dem Kreis österreichischer „Olympiajournalisten“ das Gerücht lanciert, der Silberme-
daillengewinner sei bei der anschließenden Dopingkontrolle „durchgefallen“, das Internationale Olympische Comité (IOC) habe bereits eine dementsprechende Untersuchung eingeleitet.

Der Stein des Anstoßes: Wegen einer chronischen Entzündung in Folge einer Chlorallergie verwendet Rogan seit rund zwei Jahren regelmäßig vor Wettkämpfen einen entzündungshemmenden Nasenspray. Das alles sei selbstverständlich ordnungsgemäß beim IOC gemeldet worden, versicherten Schwimmverbandspräsident Paul Schauer und ÖOC-Anti-Doping-Experte Hans Holdhaus unisono.

Rogan selbst und sein Trainer Robert Michelmayr reagierten über die bösen Gerüchte zunächst verstört, nahmen’s aber bald schon wieder von der heiteren Seite. Rogan: „Was soll ich dazu sagen? Vielleicht können’s ein paar Leute einfach nicht verkraften, dass wir Österreicher jetzt auch im Schwimmen mit der absoluten Weltspitze mithalten.“ Ein schwacher Trost für Rogan: Dem großen Vorbild des Superschwimmers, Skistar Hermann Maier, war’s seinerzeit, als er die Konkurrenz mit Sekundenvorsprüngen geschockt hatte, nicht viel besser ergangen. Auch damals wurden aus Österreich über den Umweg des italienischen Teamarztes Dopinggerüchte über den „Herminator“ in Umlauf gebracht.

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18.8.2004 15:24