Gescheiterter Telekom-Verkauf: Für Raidl fehlt dem ÖIAG-Vorstand das Know-how!
- Vorstand kann sich nicht auf Politik ausreden
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Scharfe Kritik am Vorstand der Verstaatlichten-Holding ÖIAG kommt nach dem Platzen des Swisscom-Deals der Telekom Austria von Böhler Uddeholm-Chef Claus Raidl. "Ich kann nur sagen, ich empfehle dem ÖIAG-Vorstand einen Kurs 'Wie privatisiere ich richtig' zu belegen. Dem ÖIAG-Vorstand fehlt jegliches Know-how, um Privatisierungen durchzuführen", so Raidl. Auf die Politik könnten sich die ÖIAG-Vorstände Peter Michaelis und Rainer Wieltsch jedenfalls nicht ausreden.
Aus Sicht Raidls habe der ÖIAG-Vorstand "keine konsequente Linie. Das ist nicht nur bei der Telekom Austria der Fall, das war auch schon bei der Voest und der VA Tech so. Zur Kapitalerhöhung dort hieß es einmal Ja, einmal Nein". Ob die ÖIAG-Spitze demnach rücktrittsreif sei, wollte der Manager allerdings nicht kommentieren: "Das ist Sache des ÖIAG-Aufsichtsrats."
Ebenfalls nicht kommentieren wollte Raidl die Frage nach der Rolle von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Er meinte nur, dass sich der ÖIAG-Vorstand nicht auf die Politik ausreden könne: Der Vorstand müsse stark genug sein, um von politischen Einflüssen unabhängig zu agieren. Er führe die Gesellschaft laut Aktiengesetz in eigener Verantwortung.
Den nun eingeschlagenen Kurs eines Verkaus über die Börse begrüßte Raidl: "Natürlich kann man über einen strategischen Partner nachdenken. Aber für mich ist die jetzige Linie, 17 Prozent der Telekom über die Börse zu verkaufen, die richtige Linie. Nur hätte man sie sofort einschlagen müssen." (apa)

