Mittwoch, 18. August 2004

Deutschland: Regierung will Langzeit-Arbeitslosigkeit mit 1-Euro-Jobs stoppen

  • 2004 im Durchschnitt 4,36 Millionen Leute arbeitslos
  • Minister Clement will 600.000 Jobs schaffen

Die deutsche Bundesregierung rechnet damit, dass jedem fünften Langzeitarbeitslosen durch die Arbeitsmarktreform Hartz IV ein so genannter Ein-Euro-Job angeboten werden kann. "Ergänzend zum ersten Arbeitsmarkt rechne ich mit einer erheblichen Verstärkung öffentlicher Arbeitsgelegenheiten, vielleicht auf 20 Prozent der heutigen Langzeitarbeitslosen, das wären mindestens 600.000", sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD).

Die Beschäftigungsmöglichkeiten würden von der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit bis zu zwei Euro pro Stunde gefördert werden. "Das führt mit der Grundsicherung zu Nettoeinkommen zwischen 850 und 1.000 Euro pro Monat", sagte Clement.

Der Wirtschaftsminister bekräftigte, im laufendem Jahr werde ein Wirtschaftswachstum am oberen Ende der Regierungsprognose von 1,5 bis zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwartet. Er rechne damit, dass 2004 im Durchschnitt 4,36 Millionen Menschen arbeitslos sein werden.

Der Rücklauf der Anmeldebögen für das neue Arbeitslosengeld II, das die bisherige Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe Anfang kommenden Jahres ersetzen soll, läuft derweil schleppend an. "Bis Mitte August hatten wir mit einem Rücklauf von 13 Prozent gerechnet, im Augenblick liegen wir noch deutlich darunter", sagte der stellvertretende BA-Vorsitzende Heinrich Alt der "Berliner Zeitung". Er appellierte an alle Antragsteller, die Anmeldebögen so rasch wie möglich abzugeben. "Denn je länger man wartet, desto größer wird die Gefahr, dass wir gegen Ende des Jahres in einen Stau geraten." Die BA hat seit Mitte Juli 1,3 Millionen Anträge für das Arbeitslosengeld II verschickt. (apa)


18.8.2004 08:43