Montag, 16. August 2004

AUA: "Letzte Verhandlungschance" der Streitparteien am kommenden Montag

  • Gewerkschaft plant bis dahin keine Streik-Maßnahmen
  • AUA-Sprecher: Treffen bietet günstige Voraussetzungen

Einen Silberstreif am Horizont gibt es im zuletzt neuerlich eskalierten Streit um einen gemeinsamen Kollekivvertrag (KV) für das fliegende Personal von Austrian Airlines (AUA) und ihrer Tochter Lauda Air: Am kommenden Montag (23.8.) soll es ab 9 Uhr Gespräche am Wiener Flughafen geben, auf Vermittlung und unter Teilnahme der Sozialpartner Wirtschaftskammer und Gewerkschaft HTV.

Alle beteiligten Seiten haben die Fortsetzung der KV-Gespräche heute begrüßt. Bis dahin werde es keine Kampfmaßnahmen geben, versprach die Gewerkschaft HTV. "Die Gespräche am Montag werden abgewartet", hieß es. Es sei aber "die letzte Chance auf normale Gespräche", sagte HTV-Bundessektions-Vorsitzender Verkehr, Horst Schachner, im APA-Gespräch. Er hoffe auf ein Einlenken und einen KV-Abschluss am Montag, sonst könne die Gewerkschaft "für nichts mehr garantieren". Das fliegende AUA- und Lauda-Personal sei "zu allem bereit", also auch für neuerliche Streiks.

Am Freitag hatte ein zweistündiger Warnstreik im Rahmen einer Betriebsversammlung am Wiener Flughafen zum Ausfall von 19 Flügen geführt. Es gab zahlreiche Verspätungen, die AUA setzte sechs zugemietete Ersatzflugzeuge ein. Insgesamt seien 6.000 Passagiere zu Schaden gekommen, die Kosten schätzt die AUA auf mindestens 650.000 Euro.

Schachner bedauerte, dass der AUA-Vorstand die Einladung der AUA-Bord-Betriebsräte zu einem Gespräch im kleinen Kreis am Montag, dem 16. August, nicht genutzt habe. "Das ist nicht verständlich, der Vorstand sollte auf ein gutes Einverständnis mit dem Betriebsrat bedacht sein", meinte Schachner.

Hintergrund der seit mehr als eineinhalb Jahren laufenden Verhandlungen ist die Absicht der AUA-Führung, die Personalkosten im Flugbetrieb deutlich - um 30 Mio. Euro bis 2008 - zu senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig fordern AUA-Piloten und Flugbegleiter, die deutlich mehr verdienen als ihre Kollegen bei Lauda Air und dem Regionalflieger Austrian arrows (Tyrolean), eine fixe Zusage, nicht durch "Billigpersonal" unterwandert zu werden.(apa/red)

16.8.2004 14:27