Sonntag, 22. August 2004

Griechenland versinkt im Doping-Sumpf: Kenteris-Trainer wollte "Staats-Doping"

  • Tzekos schlug Regierung 6 Mio. € teures Programm vor
  • Sollte Doping-Kontrolle in Athen manipuliert werden?

Olympia-Gastgeber Griechenland versinkt im Dopingsumpf: Kenteris-Trainer Christos Tzekos soll vor sieben Jahren der damaligen sozialistischen Regierung Griechenlands schriftlich ein sechs Millionen Euro teures Doping-Programm vorgeschlagen haben. Dies berichtete die Athener Zeitung "TO WIMA" am Sonntag.

Demnach wollte Tzekos damals 150 griechische Top-Athleten unter seine Fittiche nehmen, um ihnen "Zusatz-Substanzen zu verabreichen, die nicht aufgespürt werden können".

Nach Informationen des Blattes habe die Regierung den Vorschlag abgelehnt. Tzekos betreute in der Folge die Sprint-Stars Kostas Kenteris und Ekaterini Thanou, die wegen einer verweigerten Doping- Kontrolle von den 28. Olympischen Spielen in Athen ausgeschlossenen wurden.

Wie das angesehene Blatt weiter berichtete, soll Tzekos in der Doping-Affäre einen Mitarbeiter beim Athener Organisationskomitee gehabt haben. Dieser hätte ihm zugesichert, dass Kenteris und Thanou am 12. August - einen Tag vor der Eröffnung der Spiele - einer manipulierten Doping-Kontrolle unterzogen werden sollten.

Dabei sollte der Urin des 200-m-Olympiasiegers und der 100-m- Europameisterin mit dem Urin anderer Personen vertauscht werden. Der Plan sei gescheitert, weil überraschend Kontrolleure der Welt- Antidoping-Agentur im Olympischen Dorf erschienen seien, hieß es.

(apa)

22.8.2004 10:01

TIPPKÖNIG