Schwarzer Tag für Werner Schlager in Athen: Im Einzel und Doppel gescheitert
- Knappe Niederlage gegen Deutschen Timo Boll
- Mit Jindrak an Dänen Maze/Tugwell ausgeschieden
·Peinlicher Auftritt von Schlager/Jindrak
0:4 gegen Dänen bedeutet das Aus im Achtelfinale
·TT: Weixing gegen Oh ausgeschieden
Österreicher gibt Ende des Entscheidungssatzes auf
·Gratulieren Sie Kate Allen!
Glückwünsche an unsere fantastische Triathletin!
·74 ÖOC-Starter in Athen auf Goldjagd!
Fahnenträger ist Segler Hagara. PLUS:Alle Athleten
Das österreichische Tischtennis-Quartett bei den Olympischen Spielen in Athen ist über das Achtelfinale nicht hinaus gekommen. Als Letzter der ÖTTV-Truppe schied am Mittwoch Abend Werner Schlager aus, der Weltmeister unterlag dem Deutschen Timo Boll in der Runde der letzten 16 3:4 (-2,12,-5,-9,6,4,-6).
Schon zu Mittag war der 31-Jährige mit Karl Jindrak im Doppel ebenfalls im Achtelfinale gescheitert, gegen die Dänen Michael Maze/Finn Tugwell gab es ein 0:4. Chen Weixing und Liu Jia waren am Vortag ausgeschieden.
Der Hit gegen Boll war ein Match mit vielen Höhen und Tiefen und vor allem Eigenfehlern. Beide Spieler beklagten sich nach dem Match über den durch die Klimaanlage verursachten Wind, der das Spiel auf einer Seite schwieriger als auf der anderen machte. "Das war ein katastrophaler Gegenwind, der Ball ist nach unten gekippt. Ich hab' am Anfang überhaupt kein Timing gefunden", erklärte Schlager nachher. Dementsprechend sang- und klanglos gab er Satz eins auf der schlechteren Seite spielend auf zwei ab.
Schlager dank Schwäche von Boll zurück ins Spiel
Boll hätte es danach fast besser gemacht, vergab aber vier Satzbälle und ermöglichte Schlager den Ausgleich. Boll: "Da hab' ich mich nachher darüber geärgert, dass ich den nicht gewonnen hab'." Denn der Ex-Europameister vergab damit eine 3:0-Satzführung, im dritten Durchgang war er nämlich abermals obenauf. Der vierte Satz ging Schlager unglücklich verloren, doch dann kam der ehemalige Weltranglisten-Leader immer besser ins Spiel, begann den sechsten Satz sogar mit sieben Punkten en suite und glich zum 3:3 aus.
Der Entscheidungssatz war ein Auf und Ab. Boll drehte ein 0:1 in ein 5:1 um, Schlager stellte auf 5:5, doch danach war es mit der Herrlichkeit vorbei. Das ÖTTV-Ass konnte sich nichts vorwerfen: "Es klingt komisch, aber ich bin in einer bestechenden Form. Hier machen alle viele Eigenfehler, weil die Bedingungen so schlecht sind." Schlager hatte sich vor dem Match mit Boll und dem Schweden Jörgen Persson über die Verhältnisse unterhalten. Deren Wunsch nach Abschaltung des Gebläses wurde von den Verantwortlichen nicht gehört.
Schlager haderte mit Außenbedingungen
Besonders Schlager war dadurch beeinträchtigt. "Für vielseitige Spieler ist es ein besonderes Problem, weil wir in unseren Möglichkeiten eingeengt sind. Wir spielen um 60 Prozent schlechter, können nicht alles zeigen." Noch in der Mixed-Zone, dem Interview-Bereich, unterhielt sich der SVS-Niederösterreich-Star mit Boll nochmals über das leidige Thema. "Wir hatten beide unsere Probleme, konnten die Bälle auf der einen Seite nicht durchziehen. Aber du hast es ein bisschen besser gemacht", sagte Schlager zu Boll.
Der SVS-Niederösterreich-Star hatte das Match geistig schnell abgehakt: "Das Spiel ist vorbei, ich schaue Richtung Zukunft." Das kann auch Jan-Ove Waldner. Der 38-Jährige war mit Achtelfinal-Siegen über die chinesischen Nummern Zwei in Einzel und Doppel der "Mann des Tages". Zunächst entzauberte er mit Persson Kong Linghui/Wang Hao, danach warf er Ma Lin vor Hunderten schwedischen Schlachtenbummlern mit 4:1 aus dem Bewerb. Waldner trifft nun auf Boll. Auch der weißrussische Europameister Wladimir Samsonow schied aus.
(apa/red)
