Fünftes Schwimm-Gold: Michael Phelps setzt seinen unglaublichen Beutezug fort
- Superstar verzichtet aber auf seinen sechsten Sieg
- Starke Endspurts bei Damen-Entscheidungen
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US-Superstar Michael Phelps ist der König der olympischen Schwimm-Bewerbe in Athen. Der 19-Jährige holte im "Olympic Aquatic Center" mit 51,25 Sekunden über 100 m Delfin seine fünfte Gold-Medaille, dazu kommt zwei Mal Bronze. Damit sind die Spiele für den Triple-Weltmeister vorbei, da er nach dem Rennen auf einen Start in der Lagen-Staffel zu Gunsten seines Landsmanns Ian Crocker verzichtete. Mit sieben Medaillen egalisierte Phelps die Bestleistung von Mark Spitz (1972) und Matt Biondi (1988).
Phelps hatte sich auf der kurzen Delfin-Strecke buchstäblich auf den letzten Zentimetern mit olympischem Rekord um 4/100 gegen Crocker durchgesetzt, nachdem sich dieser mit einer zu schnellen ersten Länge übernommen hatte. Durch diesen Erfolg hatte Phelps das Staffel-Startrecht ergattert, im Anschluss an die Abend-Session teilte Phelps US-Herren-Coach Eddie Reese aber seine Entscheidung mit: "Ian ist der bessere Lagen-Schwimmer. Unser Rennen war so eng, ich will ihm eine Chance geben. Crocker ist in Athen noch ohne Gold.
Der Mann aus Baltimore verzichtete damit auf die Möglichkeit, als erste Schwimmer bei einem Olympia-Meeting acht Medaillen zu holen und mit dem russischen Medaillen-Rekordler Alexander Ditjatin gleich zu ziehen. Der Turner holte 1980 in Moskau acht Mal Edelmetall. "Sicher war es eine für mich harte Entscheidung. Aber wir sind als Team nach Athen gekommen und werden es auch als Team verlassen. Die vier Besten sollen schwimmen", so Phelps. Und auf die Frage, was er am Tag ohne Wettkampf machen wird: "Für mich wird McDonald's-Zeit sein."
Spitz war im "Olympic Aquatic Center" anwesend und gratulierte Phelps zu seinen Leistungen. Der Siebenfach-Olympiasieger sah danach auch einen anderen Landsmann gewinnen, denn Gary Hall wiederholte im Kraul-Sprint seinen Sydney-Erfolg. Der 29-Jährige siegte in 21,93 Sekunden. Fast hätte es eine Sensation durch Duje Draganja gegeben, der Kroate holte mit nur 1/100 Rückstand Silber. 9/100 hinter Hall sicherte sich der südafrikanische Staffel-Olympiasieger Roland Schoeman Bronze.
Gold für Zimbabwe
Wie Phelps holte sich in 2:09,19 Minuten über 200 m Rücken etwas überraschend auch Kirsty Coventry aus Zimbabwe mit einem starken Finish Gold. Die 20-Jährige hatte erst nach der 150-m-Marke die Führung übernommen, die bis dahin voran gelegene Deutsche Antje Buschschulte gewann ex aequo mit der Japanerin Reiko Nakamura (+0,69) gerade noch Bronze. Damit weist die Medaillen-Bilanz die Deutschen mit drei Bronze-Medaillen aus. Silber ging an die Russin Stanislawa Komarowa (+0,53).
Spannend verlief zudem der Kraul-Marathon der Damen, den die 22-jährige Japanerin Ai Shibata in 8:24,54 Minuten vor der französischen 400-m-Olympiasiegerin Laure Manaudou (42/100 zurück) und der US-Amerikanerin Diana Munz (2,07) gewann. Im Kraul-Sprint zog die Niederländerin Inge de Bruijn in 24,56 als Erste in den Endlauf ein. Ansonsten werden am letzten Wettkampftag die 1.500 m Kraul der Herren und die beiden Lagen-Staffeln geschwommen.
In der Medaillen-Wertung der Schwimm-Bewerbe stellten die USA schon vorzeitig den Gesamtsieg sicher. Mit ihren elf Mal Gold und je sieben Mal Silber und Bronze ist das US-Team nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Die Australier (5-5-2) folgen vor Japan (3/1/3) an zweiter Stelle. (apa/red)
