Silber, Gold, wieder Silber: Entscheidung nach 200m-Finale zehrte an Rogans Nerven
- "Kann keine Medaille gewinnen ohne Riesentamtam"
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Das lange Hin und Her nach 200-m-Rückenfinale hat auch an den Nerven des sonst so coolen Markus Rogan gezehrt. "Ich kann scheinbar keine Olympiamedaille gewinnen ohne Riesentamtam. Erst die Sache mit dem Nasenspray und nun das", resümierte der Wiener. Für ihn war klar, dass er nach Silber über 100 Rücken auch Silber über 200 m Rücken gewonnen hat. Noch am Donnerstagabend wurde dies bestätigt. Rogan hätte aber auch sonst keine schlaflose Nacht verbracht. "Wenn ich bei zwei Mal Silber nicht gut schlafen kann, wann dann."
Das lange Hin und Her nach dem 200-m-Rückenfinale um die Disqualifikation des erstplatzierten US-Amerikaners Aaron Peirsol wegen eines angeblichen Wendefehlers, die Aufhebung dieser wegen eines Verfahrensfehlers und der anschließende Protest der Österreicher und Briten dagegen, der aber abgelehnt wurde, hat der 22-jährige Rogan vom Gefühl her als "extrem komisch empfunden. Ich finde es schade, dass so was passieren kann."
Kein Kommentar zu Peirsol
Was Peirsol betrifft, wollte Rogan auch nach Videostudium und bei der 17. Fragestellung nicht Schiedsrichter spielen, und während des Wettkampfes hatte er sowieso nichts mitbekommen. "Ich war so weit hinten, da kriegst nichts mit." Rogan schlug mit 2,40 Sekunden Rückstand auf Peirsol an.
"Der Riesenstress um nix" hat sich gelegt, der zweifache Europameister von 2004 kann in Ruhe über die zwei Medaillen nachdenken. "Die erste war die emotionalere, weil sie so überraschend kam und es so knapp war. Das Glück, das ich über 100 m hatte, hätte das Mirna (Jukic/Anm.) gehabt, hätte sie gewonnen. Und über 200 m Rücken hinter Peirsol Zweiter zu werden, da muss man sich nicht genieren. Ich bin vorerst als Schwimmer sehr zufrieden. Ich bin hierher gekommen und habe gedacht, eine Medaille wäre unglaublich, Bronze auf 200 m wäre fantastisch, einfach nur das Olympiafinale zu erreichen wäre schon schön."
Mitleid mit Jukic
Und es wäre nicht Rogan, würde er nicht auch in dieser Stunde schon wieder andere in seine Gedanken einbeziehen, jetzt zum Beispiel seine Teamkollegin Mirna Jukic, die Olympiasiebente über 200 m Brust wurde. "In den letzten 92 Jahren hat es nur drei Frauenfinale mit Österreicherinnen gegeben. Es tut mir Leid, dass ich die Leistung von Mirna in den Schatten rücke. Sie hat viel Potenzial, als ich so alt war, war ich auf Platz 27."
(apa/red)
