Draxlers Traum vom Semifinale geplatzt: 19. Platz im Vorlauf war zu wenig!
- Schwimmerin verpasst Aufstieg um 14 Hundertstel
- Schwimmbewerbe für Österreich damit zu Ende
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Die Steirerin Judith Draxler hat bei ihren letzten Spielen ihr erstes olympisches Semifinale verpasst. Die 34-Jährige wurde am Freitag in den Vorläufen über 50 m Kraul in 25,82 Sekunden 19. Die Top 16 verfehlte sie um 14/100. Es ist dies allerdings die beste Olympia-Platzierung der Feldbacherin, bis dato war das der 20. Rang ebenfalls im Kraul-Sprint bei ihrer Olympia-Premiere 1996 in Atlanta. Damit sind die Schwimm-Bewerbe für das sechsköpfige OSV-Team beendet. Es holte durch Markus Rogan zwei Silber-Medaillen.
Für Draxler war die Chance zum Aufstieg da. Drei Mal war sie heuer schon schneller gewesen, ihr österreichischer Rekord von 25,54 hätte sogar zu Platz zwölf gereicht. Trainer und Bruder Alfons Draxler fand vorerst keine Erklärung: "Der Start war super, die ersten 25 Meter auch. Den Rest muss ich erst analysieren", stand ihm die Enttäuschung über das verpasste Saison-Hauptziel in das Gesicht geschrieben. "Die Dichte auf 50 m Kraul ist halt ungemein hoch, so gesehen ist der 19. Platz nicht schlecht." 73 Kraulerinnen waren gestartet.
Starkes Feld
Draxler war auf Bahn acht geschwommen und sah darin keinen Vorteil, es fehlte ihr die Orientierung an den Konkurrentinnen. "Die letzten drei Züge waren hart. Ich habe gewusst, dass es knapp wird, meine Chance auf das Weiterkommen war 50:50. Das Feld war stärker als bei der WM in Barcelona, es waren alle da." Nach ein paar Tagen Pause wird die OSV-Athletin ihre Vorbereitung auf die Kurzbahn-WM Anfang Oktober in Indianapolis starten. "Das ist eine guter Test für die Kurzbahn-EM in Wien."
Rogans Silbermedaillen überstrahlen alles
Rogans zweifacher Edelmetall-Coup war natürlich aus OSV-Sicht der Höhepunkt an den acht Wettkampftagen in der ersten der beiden olympischen Kernsportarten. Der 22-Jährige hat nicht nur für die ersten olympischen Schwimm-Medaillen für die Alpenrepublik seit 92 Jahren gesorgt, sondern ist der erst vierte Schwimmer seines Landes mit zwei Medaillen im Zeichen der fünf Ringe in einem Jahr. Davor hatten das 1900 Otto Wahle mit zwei Mal Silber und Karl Ruberl mit Silber und Bronze sowie Otto Scheff 1906 mit Gold und Bronze geschafft.
"Quantensprung"
Mit seinen Leistungen im "Olympic Aquatic Center" hat sich Rogan in der Weltelite noch mehr festgeankert, auf beiden Rücken-Strecken rangiert er nun unter den ewigen Top Ten. "Das ist ein Quantensprung für den österreichischen Schwimmsport", sagte OSV-Präsident Paul Schauer schon nach der ersten Medaille. Der Doppel-Europameister sorgte auch für die einzigen österreichischen Rekorde bei diesen Spielen, je zwei über 100 und 200 m Rücken. "Die Luft und das Becken haben nicht viele schnelle Zeiten zugelassen", erklärte etwa Alfons Draxler.
Jukic hat Plansoll erreicht
Vielleicht wurde es daher bei Mirna Jukic nichts mit einer persönlichen Bestzeit, mit dem Einzug ins Finale über 200 m Brust und Rang sieben hat sie aber das Plansoll erreicht. Die Medaillen hingen für sie diesmal aber noch zu hoch. "Ich war die Jüngste im Feld, bin gegen Weltrekordlerinnen, Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen geschwommen." Bei den Spielen 2008 in Peking wird die Erfahrung und schwimmerische Stärke der Wienerin womöglich bereits für einen Medaillen-Gewinn reichen.
Restliche Mannschaft erreichte Ziele nicht
Der Rest der Mannschaft hat seine Ziele nicht erreicht, aus unterschiedlichen Gründen. Maxim Podoprigora kam zwar über 200 m Brust ins Semifinale, eine Krankheit hatte ihm aber schon im Juli die Final-Chancen genommen. Für Zahrl wäre viel mehr möglich gewesen, doch die EM-Vierte über 200 m Delfin kam in ihrem Vorlauf nie in Schwung. Draxler war eben knapp dran und Dominik Koll blieb zeitlich etwas unter den Erwartungen. Für den Linzer ging es allerdings eher um das Kennenlernen des olympischen Flairs.
(apa/red)
