Donnerstag, 19. August 2004

Endstation Semifinale: Turmspringerin Anja Richter belegte 15. Platz

  • 14,19 Punkte fehlten auf Einzug in Medaillen-Rennen
  • Fortsetzung der Karriere bis 2008 möglich

Die Entwicklung ist bei Anja Richters drittem Olympia-Auftritt leider in die falsche Richtung gegangen. Nach den Solo-Turm-Plätzen elf und sieben bei den Spielen 1996 und 2000 machte die 26-Jährige in Athen einen Sprung nach hinten auf Position 15, statt wie erträumt nach vor zu Bronze. Im Semifinale war aber eben der Rückstand aus dem Vorkampf wie befürchtet nicht mehr aufzuholen, immerhin verbesserte sich Richter vom 17. Zwischenrang um zwei Plätze.

Richter ließ im 18-er-Feld bei den vier in der Vorschlussrunde zu absolvierenden Pflichtsprüngen nur vier Konkurrentinnen hinter sich. Die Abstände waren aber knapp und daher nicht entscheidend. "Der eine verpatzte Handstand-Sprung im Vorkampf war der Unterschied, sonst hat es gepasst. Aber es war schön, das dritte Mal bei Olympischen Spielen zu sein", erklärte Richter. Nach ihrem letzten der insgesamt neun Sprünge hielt sie ein Handtuch mit der Aufschrift "Schön war's - Bussi nach Hause" in die Kamera.

Ob es Richters letzte Spiele waren, steht aber noch nicht fest. "Es sieht so aus, dass das Synchro-Feld für Peking von acht auf zwölf Paare aufgestockt wird. Das würde realistische Qualifikationschancen geben", überlegt die SU-Wien-Athletin eine längerfristige Fortsetzung der Karriere, will sich aber in den kommenden Monaten auf jeden Fall beruflich neu orientieren. Als Synchro-Partnerin für die Spiele 2008 würde laut Richter eher die ehemalige Turnerin Sandra Fuchs in Frage kommen, die 16-Jährige wechselte schon zur Gänze zum Wasserspringen.

Denn die in Athen als Vorkampf-31. ausgeschiedene Marion Reiff wird wohl keine vier Jahre mehr anhängen. Da mag auch die Trainer-Situation mitspielen, denn die Lehrer-Karenzierung von Coach Michael Worisch läuft nun aus. Richter: "Michi würde ja gerne weiter so intensiv wie bisher mit uns arbeiten. Geht das nicht, wird es schwierig. Nationen wie Kanada und Australien arbeiten sechs Stunden täglich mit chinesischen Trainern. Bei uns wären's dann nur fünf bis sechs pro Woche."

Das wirkt sich natürlich auch auf das Niveau aus, es steigert sich ständig. "Alle vier Jahre braucht man rund 30 Punkte mehr für die ersten Zwölf. In Atlanta waren's noch 260, in Sydney haben 295 gereicht und diesmal waren schon 315 notwendig. Aber was soll's: Zwei Mal bin ich schön ins Finale durch gesprungen, diesmal hat eben ein Sprung nicht gepasst", resümierte Richter. (apa/red)

19.8.2004 14:07