Dienstag, 17. August 2004

Überragender Schwimmerr: Viertes Gold für US-Star Michael Phelps in Athen

  • 200-m-Lagen klare Angelegenheit für 19-Jährigen

Ganz im Schatten des kuriosen Verlaufs rund um die Entscheidung des 200-m-Rücken-Finallaufs - zumindest aus österreichischer Sicht - standen die weiteren olympischen Schwimmbewerbe am Donnerstagabend. Michael Phelps feierte im 200-m-Lagen-Bewerb einen Start-Ziel-Sieg in der olympischen Rekordzeit von 1:57,14 Minuten vor seinem Landsmann Ryan Lochte (1:58,78) und George Bovell (1:58,80), der die erste Schwimm-Medaille der Geschichte für Trinidad & Tobago gewann.

Phelps wurde bei seiner sechsten Final-Teilnahme zum vierten Mal Olympiasieger. Weltrekordler Phelps hatte zuvor bereits über 400 m Lagen, 200 m Delfin und mit der US-Staffel über 4 x 200 m Kraul triumphiert. Phelps, der auch noch zwei Bronzemedaillen gewonnen hat, blieb damit auf Rekordkurs. Er könnte als erster Schwimmer acht Medaillen bei denselben Olympischen Spielen gewinnen.

Weitere Gelegenheiten dazu hat er sicher über 100 m Delfin und möglicherweise über 4x100-m-Lagen, ob er für die Staffel nominiert wird, hängt aber noch vom 100-m-Delfin-Abschneiden ab. Am Vormittag hatte sich Phelps schon locker für das 100-m-Halbfinale im Delfin qualifiziert.

Im wohl wichtigsten Bewerb bei den Frauen hat Jodie Henry als erste Australierin seit der legendären Dawn Fraser die 100 m Kraul-Distanz gewonnen. Die 20-Jährige war als langsamste Finalistin gestartet und lag zur Halbzeit des Rennens nur auf Platz fünf. Titelverteidigerin Inge de Bruijn (NED) und Natalie Coughlin (USA) führten das Feld an. Doch Henry sorgte in 53,84 Sekunden für ihr zweites Gold bei diesen Spielen nach der 4x100-m-Kraul-Staffel und verwies de Bruijn und Coughlin auf die Plätze.

Im 200-m-Brust-Bewerb, in dem Mirna Jukic auf Rang sieben gelandet war, holte Amanda Beard nach zwei Mal Silber 1996 in Atlanta ihr erstes Einzel-Gold. Zur Halbzeit war die australische Favoritin Leisel Jones noch 0,72 Sekunden unter der Weltrekordmarke voran gelegen, doch Beard gewann in der olympischen Rekordzeit von 2:23,37, fast eine Sekunde langsamer als die Weltrekordzeit. Es war der erste US-Olympiasieg über 200 m Brust der Frauen seit Sharon Wichman 1968.
(apa/red)

17.8.2004 20:47