"Thorpedo" wieder nicht zu stoppen: Nun ist er Australiens größter Schwimmer
- Duell mit van den Hoogenband auch in Peking 2008
- Nach 5. Olympia-Gold: "Das war ein Riesending"
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Nach dem "Sieg des Jahrhunderts" ist Ian Thorpe seinem Ziel, der größte Freistilschwimmer aller Zeiten zu werden, wieder ein großes Stück näher gekommen.
Thorpe, der in Athen schon die 400 m Kraul gewonnen hat, ist jetzt "down under" der Allergrößte: Mit fünf Olympiasiegen überflügelte er die beiden Schwimmer Dawn Fraser und Murray Rose sowie die Leichtathletin Betty Cuthbert.
"Das Rennen war ein Riesending. Ich bin total glücklich, dass ich die Chance hatte, gegen solch tolle Leute wie Pieter und Michael zu schwimmen", bedankte sich Thorpe bei der Konkurrenz, die ihn im schnellsten 200-m-Freistilrennen der Geschichte zu Gold trieb. Nach dem Anschlag blickte er vor 11.000 Zuschauern auf die Elektronik-Tafel, sah die Zeit und die "1" aufleuchten - und streckte triumphierend den Arm in den Athener Nachthimmel. "Das ist doch fantastisch, wir hatten einfach Spaß." Dabei sei er einfach geschwommen wie im Training: "Es ist irgendwie wie Mathematik", teilte er mit leiser, sanfter Stimme mit.
Den aktuell womöglich größten Rechenkünstler der Welt-Schwimmbecken, der in 1:44,71 die drittbeste Leistung seiner Karriere erzielte, lobte der unterlegene van den Hoogenband (1:45,23) in höchsten Tönen: "Ich habe mein Allerbestes gegeben. Aber Thorpe war einfach besser. Er ist der Mann über diese Distanz." Dass es über 200 m Freistil jetzt 1:1 zwischen den befreundeten Athleten steht, soll beide mindestens bis 2008 zu weiteren Großtaten treiben: "Ich will dich in Peking wiedersehen", flüsterte Weltrekordler Thorpe dem "fliegenden Holländer" bei einer Umarmung im Wasser zu.
Zu diesem Zeitpunkt hing Michael Phelps nach US-Rekord (1:45,32) noch erschöpft über einer Trennleine und dachte darüber nach, "dass es einfach tierisch Spaß gemacht hat, gegen die besten Freistilschwimmer anzutreten". Keine Sekunde habe er sich darüber Gedanken gemacht, mit dem dritten Platz eine Million Sponsor-Dollar für mögliche sieben Goldmedaillen verloren zu haben. Sein Landsmann Mark Spitz, dem dieses Kunststück 1972 bei den Spielen in München gelungen war, sei für ihn "immer noch der Größte".
(apa/red)
