Freitag, 20. August 2004

Rapid weiter ungeschlagen: GAK durch 2:1-Sieg aber weiterhin an Tabellenspitze!

  • Vier Heimsiege und jede Menge Tore in sechster Runde
  • 4 Doppelpacks durch Lawaree, Tomic, Koejoe, Bjelica

Meister GAK und Rapid haben sich am Samstag in der 6. Runde der Fußball-Bundesliga von der Konkurrenz abgesetzt. Der GAK feierte im Schlager der Runde gegen Pasching - allerdings auch dank eines klaren Hand-Treffers von Sick - einen 2:1-Heimerfolg, Rapid besiegte Mattersburg mit 3:0. GAK führt nun mit 15 Punkten vor Rapid (14). Das Trio Salzburg, Admira und Aufsteiger Tirol folgt mit je 9 Zählern.

Salzburg und Tirol schoben sich mit Siegen ins vordere Mittelfeld. Salzburg besiegte die Admira mit 4:2, Tirol bezwang dank eines Koejoe-Doppelpacks Sturm Graz mit 2:1.

Wacker Tirol - Sturm Graz
Aufsteiger FC Wacker Tirol hat in der 6. Runde den zweiten vollen Erfolg eingefahren. Wacker erwies sich wie bereits beim Auftaktsieg gegen Meister GAK (13. Juli, 1:0) als Graz-Spezialist, diesmal musste sich Sturm im Tivoli Neu 1:2 (0:0) geschlagen geben. Matchwinner war Goleador Koejoe, der Niederländer erzielte vier Tage nach seinem 30. Geburtstag beide Tore (50.,63.) für die Hausherren. Haas gelang in der 83. Minute nur noch der Anschlusstreffer.

Wacker und Sturm gingen als punktgleiche Tabellennachbarn ins direkte Duell und lieferten sich von Anpfiff weg einen offenen Schlagabtausch. Die Gäste erwischten den besseren Start und legten ein gepflegtes Kurzpassspiel und sehenswerten Konter-Fußball hin. Vor allem Mujiri zeigte seine Klasse und hatte bei allen gefährlichen Aktionen der Grazer seine Füße im Spiel.

Nach dem Wechsel starteten die Koejoe-Festspiele. Nach Eckball von Grüner verlängerte Mair und Koejoe drückte den Ball aus kurzer Distanz mühelos per Kopf über die Linie (50.). Im Gegenzug wäre beinahe der Ausgleich gefallen, doch nach einem Heber von Dmitrovic rettete Windisch auf der Torlinie (51.).

In der 63. Minute sorgten die Hausherren mit einem sehenswerten Treffer für die Entscheidung. Nach schönem Kurzpassspiel über die Stationen Mair-Brzeczek-Koejoe schloss der 30-Jährige überlegt ins lange Eck ab. Die dicken Chancen aufs 3:0 vereitelte Gratzei mit tollen Reflexen bei einem Windisch-Freistoß (71.) und einem Hörtnagl-Volley (79.).

Und so kam Sturm noch einmal in die Partie zurück - nach Flanke von Rabihou lupfte Haas den Ball aus spitzem Winkel über die Linie (83.). Der Treffer kam jedoch zu spät und so kassierte Sturm die dritte Niederlage mit einem Tor Differenz in Serie.

Rapid - Mattersburg
Österreichs Fußball-Rekordmeister SK Rapid Wien hat auch im dritten Heimspiel gegen den SV Mattersburg einen Sieg gefeiert. Die als einziges Bundesliga-Team noch ungeschlagenen Hütteldorfer gewannen vor 10.400 Zuschauern im Hanappi-Stadion dank Treffern der Torjäger Axel Lawaree (2) und Marek Kincl 3:0 (0:0) gegen den Tabellennachzügler aus dem Burgenland und bleiben damit Tabellenführer und Meister GAK dicht auf den Fersen.

Das Match begann aber alles andere als wunschgemäß für die Hausherren. Denn die Mattersburger, in deren Grundaufstellung mit Kühbauer, Hedl, Mandreko, Mörz und Rene Wagner gleich fünf Spieler mit Rapid-Vergangenheit standen, fanden gleich in der Anfangsphase eine dicke Möglichkeit vor. Nach einem Corner war Wagner mit dem Kopf zur Stelle, doch Rapid-Schlussmann Ladi Maier zeichnete sich mit einer Glanzparade aus (11.).

Auch in der Folge waren die Burgenländer in Hälfte eins mit schnellem und gutem Kombinationsspiel die klar dominierende Mannschaft im Hanappi-Stadion. Nach einer Lawaree-Flanke, die Ivanschitz knapp verfehlte, kam der Ball zu Katzer, dessen von Mravac abgefälschten Schuss Tormann Hedl zwar mit der Faust abwehrte, jedoch so unglücklich, dass er vom Kopf von Rapid-Stürmer Kincl ins Tor ging. Der Treffer wurde aber wegen Abseits - wie die Zeitlupe bewies zu Unrecht - von Schiedsrichter Krassnitzer nicht anerkannt.

Nach der Pause waren zunächst wieder die Gäste am Drücker, als Wagner nach Mörz-Pass völlig allein vor Maier auftauchte, doch die Hundertprozentige übers Tor jagte (48.). Praktisch im Gegenzug fiel überraschend das 1:0 für die Hütteldorfer, als Lawaree aus gut 20 Metern mit einem perfekten Weitschuss ins kurze Eck traf (50.). Es war das erste Tor des Belgiers in der Meisterschaft vor eigenem Publikum.

Nicht einmal 120 Sekunden später hieß es dann schon 2:0: Ivanschitz nützte den Schock der Mattersburger aus, lief übers halbe Feld und passte ideal auf Kincl, der eiskalt sein fünftes Saisontor erzielte (52.). Mit diesem Doppelschlag war die Partie entschieden. Nach Vorarbeit von Katzer und Ivanschitz besorgte Lawaree noch aus abseitsverdächtiger Position mit seinem dritten Saisontreffer den Endstand zum 3:0 (61.).

Abwehrchef Mandreko sah nach einem Tritt auf dem nach einem Foul am Boden liegenden Kincl zurecht wegen Tätlichkeit Rot (87.).

GAK - Pasching
Meister GAK hat dank eines irregulären Hand-Tors von Gernot Sick gegen Pasching mit 2:1 (2:1) gewonnen und die Tabellenführung in der T-Mobile-Liga verteidigt. Der Sieg in der Generalprobe für das Champions League-Rückspiel am Dienstag in Liverpool war trotzdem verdient, denn bis auf die ersten 20 Minuten hatte der FC Superfund in Graz nichts zu bestellen.

Der GAK hatte aber zunächst wegen der vielen Personalprobleme - Skoro, Muratovic, Ehmann fehlten, Pogatetz wurde fitgespritzt - große Mühe. Vor allem die umgekrempelte Abwehr schwamm auf dem regennassen Boden mächtig. Zudem gelang Pasching (ohne Jezek, Mayrleb begann auf der Bank) ein Traum-Start, denn schon in der dritten Minute passte Flögel zu Bule, dessen Stanglpass verwertete Goalgetter Edi Glieder zum 0:1.

Erst nach 20 Minuten erfing sich der Meister und nach einem blitzschnellen Konter fiel das 1:1. Der FC Superfund hatte eine Freistoß-Möglichkeit vertan, Standfest flankte ideal vors Pasching-Tor und Kollmann köpfelte problemlos ein (21.).

Kollmann zirkelte einen Freistoß von rechts vor das Gehäuse von Schicklgruber, der von mehreren Verteidigern bedrängte Gernot Sick hechtete den Ball statt mit dem Kopf in Maradona-Manier mit der Hand ins Tor (37.). Aber weder Schiri Stuchlik noch der Assistent an der Linie sahen es, auch die Paschinger reklamierten nicht. In der Tat war das Vergehen nur in der TV-Lupe wirklich zu sehen, Sick gestand zumindest "ein bissl" schlechtes Gewissen ein.

Nach der Pause kontrollierten die Grazer das Spiel relativ problemlos und hatten auch gute Möglichkeiten. So streifte ein Kollmann-Schuss die Querlatte (62.), in der 76. Minute prallte ein Kollmann-Freistoß von der Querlatte zurück ins Feld. In der Überspielzeit sah der eingewechselte Paschinger Kafkas nach einem Foul Rot (92.)

Salzburg - Admira
Mit dem Schwung vom ersten Saisonsieg, dem 4:2 vor einer Woche gegen Bregenz, setzte sich der SV Salzburg auch am Samstag gegen die Admira hochverdient mit demselben Resultat durch. Die Südstädter, zuletzt Sieger gegen Pasching und Mattersburg, durften mit diesem Resultat noch froh sein und gingen im Salzburger Schnürlregen und "Chancen-Gewitter" unter.

Nach vier Minuten schien der Weg zum Dreipunkter für die Assion-Elf bereits geebnet: Kastner hatte geflankt, die Admira-Verteidiger geschlafen, Richarlyson geköpfelt, Admira-Goalie Szamotulski zu kurz abgewehrt und Tomic abgestaubt - 1:0.

Statt des vorentscheidenden 2:0 fiel aber das überraschende 1:1. Ibertsberger brachte den Ball nicht weg, Ledwon bediente Admira-Hirn Bjelica, der "gurkte" Laessig und schoss dann überlegt von der Strafraumgrenze links unten ein.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich an der Charakteristik des Spiels nichts, Admiras Szamotulski stand im Mittelpunkt des Geschehens. Er musste weitere drei Male hinter sich greifen. In der 59. Minute übten sich die beiden Ex-Rapidler Zingler und Hatz an der Strafraumgrenze im "Synchronlaufen", ließen den Ball Ball sein, übersahen den heraneilenden Kastner - und der stellte auf 2:1. Tomic mit schöner Einzelleistung besorgte acht Minuten Minuten später das 3:1 per Drehschuss und in der 82. Minute durfte auch noch Villar scoren - damit sind die Salzburger seit vier Spielen unbesiegt. Daran änderte natürlich auch Bjelicas zweites Tor in der Nachspielzeit nichts mehr.

Vier Doppelpacks in vier Heimsiegen
In den ersten vier Spielen der sechsten Runde fielen somit insgesamt 15 Treffer, davon drei Doppelpacks durch Salzburgs Goran Tomic (4. und 67. Minute), Rapids Axel Lawaree (50. und 61.), Tirols Samuel Koejoe (49. und 63.) und Admiras Bjelica (31. und 91.)

(apa/red)

20.8.2004 14:13