Samstag, 21. August 2004

Vor Präsidentenwahl: Mehrere Tote bei Angriffen in Tschetschenien!

  • Anschläge auf Polizeistation und auf Wahllokal
  • Nach Rebellenangriff: Putin in Tschetschenien

Rund eine Woche vor der Präsidentenwahl in Tschetschenien kam es in der russischen Kaukasus-Republik zu mehreren Übergriffen. Bei einem Zwischenfall hätten Bewaffnete das Feuer auf eine Polizeiwache in der Hauptstadt Grosny eröffnet und mindestens sieben Personen erschossen. Überfälle auf Wahllokale hätten vier weitere Tote gefordert, meldete die Nachrichtenagentur Interfax.

Im Mai war der pro-russische tschetschenische Präsident Achmad Kadyrow bei einem Bombenanschlag in Grosny getötet worden. Zu der Tat bekannten sich tschetschenische Rebellen. Kadyrow kämpfte einst auf der Seite tschetschenischer Separatisten, ließ sich später jedoch auf eine Zusammenarbeit mit der russischen Regierung ein. Frühere Verbündete bezeichneten ihn daraufhin als Verräter.

Der russische Präsident Putin lehnt Friedensverhandlungen mit den tschetschenischen Rebellen ab, die eine Loslösung von der Russischen Föderation anstreben. Er bezeichnet die Rebellen stets als Terroristen, die vernichtet werden müssten.

Nach Rebellenangriff: Putin in Tschetschenien
Eine Woche vor der Präsidentenwahl in Tschetschenien ist der russische Staatspräsident Wladimir Putin am Sonntag überraschend zu einem Kurzbesuch in die nordkaukasische Teilrepublik geflogen. Putin besuchte den Ort Zentoroj, obwohl tschetschenische Rebellen am Samstagabend in der Hauptstadt Grosny Polizeistationen und Wahllokale angegriffen hatten. Bei den mehr als zweistündigen Schusswechseln seien 18 Rebellen getötet worden, sagte ein russischer Armeesprecher. Nach Angaben der tschetschenischen Polizei wurden auch mehrere Soldaten, Polizisten und Zivilisten getötet.

Putin legte in Zentoroj einen Kranz am Grabmal des am 9. Mai bei einem Attentat getöteten tschetschenischen Präsidenten Achmat Kadyrow nieder. Er wurde bei dem Besuch von dem bisherigen tschetschenischen Innenminister Alu Alchanow begleitet, der als Kreml-Günstling und Exponent des Kadyrow-Clans haushoher Favorit für die Wahl am kommenden Sonntag (29. August) ist. Putin kehrte nach kurzer Zeit wieder in seinen Urlaubsort Sotschi zurück. (apa)

21.8.2004 21:53