El Kaida auch in der Schweiz: Verbindung von Festgenommenen zu Terror-Führung
- Pressebericht über Ermittlungen der Bundesanwaltschaft
Die Ermittlungsbehörden in der Schweiz haben nach einem Pressebericht eine Verbindung von mindestens drei wegen Terrorverdachts festgenommenen Arabern zu einem mutmaßlichen führenden Mitglied des Terrornetzwerks Al Kaida festgestellt.
Die in Genf erscheinende Zeitung "Le Temps" schrieb am Samstag, sie sei im Besitz eines entsprechenden geheimen Berichts des stellvertretenden Bundesanwalts Claude Nicati. Eine Sprecherin der Schweizer Bundesanwaltschaft wollte sich dazu nicht äußern.
Bundesanwalt Valetin Roschacher hatte allerdings schon im Juni erklärt, dass die Spuren von Al Kaida auch in die Schweiz führen. So habe sich in drei Fällen der Verdacht auf Finanzierung oder logistische Unterstützung des Terrornetzwerks erhärtet. Roschacher kündigte damals weitere Ermittlungen an.
Dem Pressebericht zufolge ermittelte Nicati gegen zehn Personen, die seit Dezember vorigen Jahres bei mehreren Razzien in der Schweiz festgenommen wurden. Fünf der Verdächtigen befänden sich wieder auf freiem Fuß, gegen sie liefen aber weitere Untersuchungen.
Laut "Le Temps" sollen drei der Festgenommenen, darunter zwei Personen aus Jemen, Kontakte zu Abdallah al Kini gehabt haben, der als "operativer Al-Kaida-Agent" beschrieben wird und an dem Anschlag auf das US-Kriegsschiff "USS Cole" im Jemen beteiligt gewesen sei soll. Bei dem Bombenanschlag im Oktober 2000 wurden 17 amerikanische Seeleute getötet. Al Kini soll auch in die Bombenanschläge auf Wohnsiedlungen von Ausländern in Riad im Mai 2003 verwickelt sein. Dabei wurden 35 Menschen getötet, darunter ein Schweizer. Dies veranlasste die Schweiz zu eigenen Ermittlungen und führte schließlich zu mehreren Festnahmen im Dezember, Jänner und Mai.(apa/red)
