Freitag, 20. August 2004

Palästinenser-Präsident Yasser Arafat: Israel setzt Uran-Munition ein

  • Rate der Krebserkrankungen soll stark gestiegen sein

Palästinenser-Präsident Arafat hat Israel vorgeworfen, gegen die palästinensische Bevölkerung Uranmunition einzusetzen. In der Sendung "Kulturzeit" des Fernsehsenders 3sat vom Freitag sagte Arafat, das habe nicht nur er herausgefunden, "sondern auch zwei vom Nahost-Quartett (EU, UN, USA, Russland) beauftragte Kommissionen".

Arafat erklärte in dem Gespräch, dass "die Rate der Krebserkrankungen sehr stark gestiegen" sei. Dies sei "mit den Folgen der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki" vergleichbar. Insgesamt habe es im israelisch-palästinensischen Konflikt 73.000 palästinensische Todesopfer und Verwundete gegeben.

Der Palästinenser-Präsident forderte das Nahost-Quartett auf, den internationalen Druck auf Israel zu erhöhen. "Warum strengt Ihr Euch nicht an, diese neue Berliner Mauer einzureißen?", sagte Arafat mit Blick auf die israelische Sperranlage. Diese nehme den Palästinensern 58 Prozent ihres Landes.

Sein Volk könne die schreckliche Situation nur ertragen, weil es immer noch fest daran glaube, "einen unabhängigen Staat Palästina zu bekommen," so wie es die vom Nahost-Quartett einschließlich Deutschland entwickelte "road map" formuliert habe. Er stehe nach wie vor hinter der "road map", sagte Arafat der "Kulturzeit". "Wo ein Wille ist, ist auch Weg. Wir glauben an den Sieg der Gerechten."

20.8.2004 20:48