Weltweit erster Fall: Tödlicher Stamm von Vogelgrippe-Viren in Schweinen entdeckt
- Millionen erkrankte Tiere geschlachtet
Das aggressive Vogelgrippevirus H5N1 ist in China bei Schweinen festgestellt worden. Das berichteten chinesische Veterinäre am Freitag auf einer Konferenz zu Vogelgrippe und Sars in Peking. Bereits 2003 und erneut in diesem Jahr sei die Geflügelinfluenza bei Schweinen auf Farmen im Süden des Landes aufgetreten. Schweine können sich gleichzeitig mit Menschen- und Vogelgrippeviren infizieren und gelten daher als Mischgefäß von beiden. Experten befürchten, das ein Mischvirus eine weltweite schwere Grippewelle auslösen könnte.
Das Auftauchen des Virus in Schweinen sei nicht überraschend, sagte der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dick Thompson, in Genf. "Solche Fälle hat es schon gegeben." Notwendig sei jetzt eine "weiträumige Überwachung" der Situation.
Bislang hat China keine Vogelgrippe-Fälle bei Menschen gemeldet. Nach Ansicht von WHO-Experten wären aber auch Infektionen bei Menschen "nicht überraschend". Das jetzt in Schweinen gefundene Virus habe sich von 1999 bis 2002 in scheinbar gesunden Enten weiter entwickelt. Dabei sei es zunehmend gefährlich für Säugetiere geworden, vermuten die chinesischen Veterinäre. Schweine und andere Säuger könnten sich demnach bereits vor 2003 mit dem Erreger infiziert haben.
(apa)
