Donnerstag, 19. August 2004

Wieder Explosionen in Najaf: Bomben in der Nähe der Imam Ali Moschee

  • In dieser Moschee verschanzt sich Muktada Al Sadr
  • Aufständische stecken Sitz einer Ölgesellschaft in Brand

Die Altstadt der irakischen Stadt Najaf ist am Donnerstag von heftigen Bombeneinschlägen erschüttert worden. US-Jets griffen Stellungen radikaler Schiiten an. Die Bomben schlugen in der Nähe der Grabmoschee des Imam Ali ein, in der sich der radikale Schiitenführer Moktada al-Sadr mit seinen Anhängern verschanzt.

Über dem historischen Friedhof im Zentrum der Stadt stieg eine dichte Rauchwolke auf. Der Abendhimmel wurde immer wieder von orangenen Lichtblitzen erhellt.

Nur wenige Stunden zuvor hatte die Übergangsregierung mit einem Angriff gedroht, falls die Aufständischen um den Schiitenführer ihre Waffen nicht niederlegten. Bei den Kämpfen sind mehrere hundert Rebellen getötet worden.

Aufständische stecken Ölgesellschaft in Brand
Schiitische Aufständische haben am Donnerstag den Sitz der Ölgesellschaft für Südirak, der South Oil Company, überfallen. Die Milizionäre setzten Büros und Lagerhäuser des Unternehmens in Brand, wie Augenzeugen berichteten. Die Aufständischen drangen am Abend auf das Gelände vor, lieferten sich ein Feuergefecht mit dem Sicherheitspersonal und schossen Granaten mit Raketenantrieb auf die Lagerhäuser ab, in denen Bohrgeräte und anderes Material standen.

Mindestens zehn Lagerhäuser brannten ab, die Flammen griffen auf die Büros der Ölgesellschaft über. Als die Feuerwehr eintraf, wurde sie von den Angreifern mit Schüssen vertrieben. Die Mahdi-Miliz des schiitischen Geistlichen Moktada al-Sadr hatte vor kurzem mit Angriffen auf die irakische Ölindustrie gedroht.
(apa/red)

19.8.2004 21:34