Nach angespannter Ruhe im Irak: Verhandlungen und Kämpfe in Najaf!
- US-Panzer rücken auf Imam-Ali-Moschee vor
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In der seit Wochen umkämpften irakischen Stadt Najaf haben sich am Sonntag US-Soldaten mit Panzern der von schiitischen Rebellen besetzten Imam-Ali-Moschee genähert. Die Panzer seien bis auf eine Entfernung von 800 Metern vorgerückt, berichtete ein Reuters-Reporter aus der Pilgerstadt. Wenige Stunden zuvor hatte das US-Militär neue Luftangriffe auf Stellungen der im Stadtzentrum verschanzten Kämpfer des radikalen Schiiten-Predigers Moktada al Sadr geflogen.
US-Militärflugzeuge haben am Sonntagabend erneut Stellungen der Miliz des radikalen schiitischen Predigers Moktada al Sadr angegriffen. Etwa zehn Explosionen seien zu hören gewesen, sagte ein Reuters-Reporter. Zuvor waren US-Soldaten mit Panzern bis auf 800 Meter der von schiitischen Rebellen besetzten Imam-Ali-Moschee genähert.
Die Bemühungen um ein friedliches Ende des Konflikts steckten einem Mitarbeiter Sadrs zufolge in einer Sackgasse. Bei den seit knapp drei Wochen dauernden Kämpfen wurden hunderte Menschen getötet. Für die bisher nicht aus der Stadt geflohenen Bewohner und Geschäftsleute wird das Überleben unter Granat- und Gewehrfeuer täglich gefährlicher. Scharfschützen schießen offenbar auf alles, was sich bewegt. "Ich fand ihn heute Morgen", klagte ein Verkäufer von Stangeneis, dessen Kollege am Sonntag tot in einer der Gassen von Najaf lag. "Der Scharfschütze hat sogar seinen Esel erschossen", sagte er.
Nachdem sich die Übergabe der Imam-Ali-Moschee an den einflussreichsten schiitischen Geistlichen im Irak, Ayatollah Ali Sistani, seit Freitag verzögerte, flammten die Kämpfe am Wochenende wieder auf. Dem irakischen Innenministerium zufolge wurden dabei in Najaf neun Iraker getötet, im nahegelegenen Kufa 40. Rebellen feuerten einem Reuters-Mitarbeiter zufolge Granaten auf US-Stellungen und Gewehrschüsse hallten aus der Umgebung der Imam-Ali-Moschee. In der Nacht zum Sonntag begann die US-Armee eine neue Offensive gegen die Rebellen. US-Militärflugzeuge griffen Stellungen der Miliz im Zentrum der Stadt an.
Die Verhandlungen über eine Übergabe der Moschee seien ins Stocken geraten, sagte am Sonntag Sadr-Berater Ali Smeissim. Die Rebellen forderten, dass eine Delegation Sistanis eine Inventur der Schätze in der Moschee vornehme, um jede Anschuldigung auszuschließen, Al-Sadrs Leute hätten etwas gestohlen. "Die Leute in Sistanis Büro haben uns gesagt, sie könnten unter den gegenwärtigen Umständen keine Delegation bilden. ... Wir haben ihnen gesagt, dass Sistani Vertreter in Najaf hat ... und wir denken, dass eine Delegation gebildet werden kann," sagte Smeissim. Sistani selbst hält sich derzeit in London auf, wo er sich nach einer Herzoperation erholt.
Al-Sadr-Berater hatten zuvor angekündigt, die Milizen würden auch nach einer Übergabe an die schiitische Autoritäten die Moschee bewachen. Sie stellten sich damit gegen Forderungen der irakischen Übergangsregierung.
Autobombenanschlag nördlich von Bagdad - Zwei Tote
Bei der Explosion einer Autobombe nördlich von Bagdad sind zwei Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Der Anschlag ereignete sich am Sonntagmorgen in Khalis, rund 70 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt, wie die Polizei mitteilte. Unter den Verletzten befand sich der stellvertretende Gouverneur der Provinz Diala, Bassam al Khadran, gegen den der Anschlag offenbar gerichtet war. Alle anderen Opfer waren seine Leibwächter. Der Vizegouverneur befand sich zum Zeitpunkt der Detonation in einem kleinen Konvoi auf dem Weg zur Arbeit. (apa)
