Irak: 50 Tote bei Gefechten zwischen US-Armee und der Moktada Al-Sadr-Miliz
- Der Schiitenführer will aber nun doch einlenken
- Extremisten drohen mit Ermordung eines Journalisten
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Gruppe hat Verbindungen zu Schiitenführer Al-Sadr
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Verständigung auf eine Kandidatenliste
Auch nach der Verständigung auf einen Friedensplan für Najaf dauern die Kämpfe in der irakischen Stadt an. Immer wieder waren Schießereien und Explosionen zu hören. Allein am Mittwoch wurden nach Klinikangaben acht Menschen getötet und 27 verletzt. Die US-Armee tötete bei einem Vorstoß in einen Bagdader Vorort nach eigenen Angaben mehr als 50 Mitglieder der Miliz des radikalen schiitischen Predigers Muktada al Sadr getötet. Am Donnerstag haben mindestens fünf laute Explosionen Najaf erschüttert. Augenzeugen berichteten, Schüsse und Detonationen seien in der Nähe der Imam-Ali-Moschee zu hören gewesen.
Am Mittwoch lieferte sich die Miliz Al Sadrs vereinzelte Gefechte mit US-Truppen, obwohl der Schiiten-Prediger zuletzt seine Bereitschaft signalisiert hatte, die seit rund zwei Wochen andauernden Kämpfe einzustellen. Bei den Gefechten waren hunderte Menschen ums Leben gekommen.
Al Sadr stellt Bedingungen für Waffenstillstand
Al Sadr stimmte nach Angaben eines Sprechers einem Plan zur Beendigung der Kämpfe zu, der von der irakischen Nationalkonferenz entworfen wurde. Das Abkommen sieht vor, dass Al Sadrs Miliz die Waffen niederlegt und sich aus der Imam-Ali-Moschee zurückzieht.
Der Plan könne aber erst dann umgesetzt werden, wenn die US-Truppen in Najaf ihre Angriffe einstellten, sagte Al Sadrs Berater Ahmed al Shaibani. Die US-Regierung reagierte zurückhaltend auf den Friedensplan. "Ich denke nicht, dass wir Al Sadr trauen können", sagte die Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice dem Fernsehsender Fox. Die irakische Regierung, die nun für das Land verantwortlich sei, habe aber die Bedrohung durch Al Sadr erkannt.
Steht Entscheidungsschlacht bevor?
2.000 US-Soldaten und rund 1.000 irakische Sicherheitskräfte haben sich bereits auf einen Entscheidungsschlag in der Schiiten-Hochburg vorbereitet. Irakische Kräfte rückten nach Angaben von Augenzeugen bis auf 500 Meter zur Imam-Ali-Moschee vor. Verteidigungsminister Hasem el Shaalan sprach von einer bevorstehenden "Entscheidungsschlacht". US-Soldaten würden bei der geplanten Offensive aber nicht die heiligen Stätten betreten.
Extremisten drohen mit Ermordung eines entführten Journalisten
Eine Gruppe irakischer Extremisten verlangte unterdessen ultimativ den Abzug der US-Truppen aus Bagdad binnen 48 Stunden und drohte mit der Ermordung eines ausländischen Journalisten. Beim arabischen Fernsehsender Al Jazeera ging in der Nacht auf Donnerstag ein Videofilm ein, in dem eine Gruppe mit der Bezeichnung "Märtyrerbrigade" den Reporter Micah Garen zeigt.
Garen und sein irakische Dolmetscher Amir Dushi wurden am Samstag in Nassiriya entführt. Der 36-Jährige besitzt nach Angaben der irakischen Behörden die Staatsbürgerschaft der USA und Frankreichs. Zum Zeitpunkt seiner Geiselnahme recherchierte er nach Angaben seiner Verlobten Marie-Helene Carleton für einen Bericht über die Plünderung archäologischer Stätten im Irak. Zuvor war er auch als freier Mitarbeiter für die "New York Times" und für den Fotodienst der Nachrichtenagentur AP tätig.
(apa/red)
