Irak: "Entscheidungsschlacht" gegen Miliz des Schiiten-Führers Moktada Al-Sadr?
- Verteidigungsminister kündigt schweren Schlag an
- Vermittlungsversuch der Nationalkonferenz scheiterte
·Irak: Anschlag auf Außenministerium
In der Nähe tagt die Nationalkonferenz!
·Friedensmission in Najaf gescheitert
Al Sadr verweigert wegen USA Treffen mit Delegation
·Najaf: Irakischer Agent entführt!
Polizeichef droht mit Erstürmung der Moschee
·Irak: Einigung auf Übergangsparlament
Verständigung auf eine Kandidatenliste
·Panzer rücken auf Mochee in Najaf vor
Kämpfe in Pilgerstadt halten unvermindert an
·Al Sadr fordert:
"Kampf bis zum Tod"
Zuvor wurde Extremisten freies Geleit angeboten
Der irakische Verteidigungsminister Hazim el Shaalan hat für Mittwoch eine "Entscheidungsschlacht" gegen die Miliz des radikalen Schiiten-Führers Moktada Al-Sadr in Najaf angekündigt. Das sagte er dem arabischen Fernsehsender "El Arabiya", während sich US-Truppen und Anhänger Al-Sadrs bereits wieder heftige Gefechte in der zentralirakischen Stadt lieferten.
US-Soldaten würden den heiligen Bezirk rund um die Imam-Ali- Moschee nicht betreten, sagte der irakische Verteidigungsminister. Die US-Marineinfanterie werde die Operation aber durch eine Überwachung des Luftraums und die Abriegelung von Zufahrtstraßen unterstützen.
Unklarheit herrschte zunächst über die Reaktion des Schiiten-Predigers. Moktada Al-Sadr sei bereit, auf die Forderungen der irakischen Nationalkonferenz einzugehen, um die Kämpfe in Najaf zu beenden, sagte ein Sprecher Al-Sadrs am Mittwoch dem katarischen Fernsehsender "Al Jazeera" (El Dschasira). Der Sprecher zeigte sich "erstaunt" über die Äußerungen des Ministers Shaalan, der mit einer "Entscheidungsschlacht" gedroht hatte, sollten Al-Sadr und seine Gefolgsleute nicht einlenken.
Eine nach Najaf entsandte Delegation der Nationalkonferenz hatte Vertrauten des radikalen Predigers eine Resolution vorgelegt, welche die Nationalkonferenz am Montag verabschiedet hatte. Darin wird der Abzug von Al-Sadrs Mehdi-Miliz aus der Imam-Ali-Moschee in Najaf gefordert, die Entwaffnung der Kämpfer und die Umwandlung der Miliz in eine politische Partei.
"Wir werden bis zum letzten Blutstropfen kämpfen, um die heilige Stadt zu verteidigen", sagte unterdessen Scheich Ahmed el Shibani, ein Al-Sadr-Sprecher, in Najaf. Der Prediger sei bereit gewesen, auf jeden Vermittlungsvorschlag einzugehen, "doch die irakische Regierung, die sich von den US-Truppen unter Druck setzen ließ, hat alle Brücken abgebrochen".
Mittwoch Mittag hieß es aus Polizeikreisen in Najaf, die US-Panzer seien nur noch einen Kilometer von der Moschee entfernt, in der sich die Kämpfer aufhalten. Seit Dienstag sollen in Najaf nach Angaben von Ärzten mehr als 30 Iraker getötet worden sein.
Am Mittwoch wurde das Dach des Außenministeriums in der Innenstadt von Bagdad von einer Mörsergranate getroffen. Schäden oder Verletzte gab es laut Außenminister Hoshyar Zebari nicht. Das Ministerium liegt wenige hundert Meter vom Kongresszentrum in der schwer gesicherten Grünen Zone entfernt. Dort tagte die Nationalkonferenz, die unter anderem die Aufgabe hat, den so genannten Nationalrat - eine Art Übergangsparlament - zu ernennen. Die am Sonntag zusammengetretene Konferenz war um einen Tag verlängert worden und sollte am Mittwoch zu Ende gehen.
Südöstlich von Bagdad kamen bei Zusammenstößen zwischen US-Soldaten und Rebellen bis zu fünf Zivilpersonen ums Leben. Die Kämpfe in Kut al Hajj brachen am Dienstagabend aus und dauerten Mittwoch Früh an, wie der Gesundheitsdirektor der Provinz, Falah Hassan al Bairamani, sagte. Bei einem Gefecht in der Provinz Anbar wurde ein US-Marineinfanterist getötet, in Basra kam ein britischer Soldat ums Leben und ein polnischer Stützpunkt wurde angegriffen. US-Soldaten erschossen versehentlich mehrere irakische Studentinnen.
