USA: Abu Ghraib-Informant wegen Drohungen in militärischer Schutzhaft
- US-Reservist erhielt bereits Todesdrohungen
- Wurde von Militär an einen unbekannten Ort gebracht
·Irak: Einigung auf Übergangsparlament
Verständigung auf eine Kandidatenliste
·Najaf: Berlusconi & Blair wollen Lösung
PLUS: AL Sadr will Delegation nicht treffen
·Bagdad: Wieder Terroranschlag!
Mindestens sieben Tote und zahlreiche Verletzte
Der US-Reservist, der durch Hinweise auf Missbrauchsfälle im irakischen Gefängnis Abu Ghraib den Folterskandal ins Rollen gebracht hat, befindet sich in militärischer Schutzhaft. Wie Angehörige von Joseph Darby mitteilten, hatte er Todesdrohungen erhalten, nachdem seine Rolle im Mai bekannt geworden war.
Darbys Mutter Margaret Blank sagte, Soldaten hätten die Sachen ihres Sohnes und seiner Frau schon vor einigen Wochen aus ihrem Haus in Corriganville an einen unbekannten Ort gebracht, an dem ihr Sohn vom Militär versteckt werde. "Ich werde jede Woche von den Streitkräften am Telefon informiert, dass es Joseph und seiner Frau gut geht", sagte sie.
Gegen sieben Mitglieder aus Darbys Einheit wurde inzwischen Anklage erhoben, weil sie im Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad im vergangenen Herbst Häftlinge gedemütigt und gefoltert haben sollen. Einer von ihnen räumte seine Schuld ein und erhielt eine Haftstrafe von einem Jahr. In einer telefonischen Anhörung sagte Darby am 6. August aus, er habe Fotos der Misshandlungen an die Ermittler übergeben, weil er die Fortführung der Grausamkeiten befürchtet habe.
Darbys Schwägerin Maxine Caroll berichtete am Montag im US-Sender ABC von den Morddrohungen: "Die Leute in der Nachbarschaft waren bösartig. Sie sagten, er sei ein toter Mann, er trage eine Zielscheibe auf dem Kopf. Es war schockierend." Auf den Zaun vor seinem Haus habe jemand "Irak" geschmiert. (apa)
