Wieder tödliche Gefechte in Najaf: Blair und Berlusconi drängen auf eine Lösung
- PLUS: Vermittler der irakischen Nationalkonferenz gescheitert: Al Sadr will sie nicht treffen
·Friedensmission in Najaf gescheitert
Al Sadr verweigert wegen USA Treffen mit Delegation
·Bagdad: Wieder Terroranschlag!
Mindestens sieben Tote und zahlreiche Verletzte
·Najaf: Irakischer Agent entführt!
Polizeichef droht mit Erstürmung der Moschee
·Panzer rücken auf Mochee in Najaf vor
Kämpfe in Pilgerstadt halten unvermindert an
·Verhandlungen in Najaf gescheitert!
Al Sadr würde UN-Truppen im Irak akzeptieren
·Al Sadr fordert:
"Kampf bis zum Tod"
Zuvor wurde Extremisten freies Geleit angeboten
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi und der britische Premierminister Tony Blair haben zu einer politischen Lösung im Konflikt mit den radikalen Schiiten aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung, die im Rahmen ihres Treffens in der Luxusvilla Berlusconis im sardischen Porto Rotondo veröffentlicht wurde, drängten die beiden Premierminister auf Initiativen zum Schutz der "heiligen schiitischen Stätten" in Najaf. In Bagdad ließen hunderte entrüstete Delegierte die Nationalkonferenz aus Ärger über Verfahrensfragen beinahe scheitern, während bei Granatenangriffen mindestens sieben Menschen starben.
Die beiden Premierminister äußerten die Hoffnung, dass die Nationalkonferenz im Irak erfolgreich sein werde. "Italien und Großbritannien engagieren sich, um dem irakischen Volk eine friedliche Zukunft zu sichern", hieß es. Beim Thema Irak herrsche zwischen beiden Politikern weitgehende Übereinstimmung.
Blair und Berlusconi führten im Laufe ihrer Zusammenkunft auch ein Telefongespräch mit US-Präsident George W. Bush, in dessen Mittelpunkt die Lage im Irak, insbesondere in Najaf, stand.
Die Regierungschefs Großbritanniens und Italiens zählen zu den treuesten Verbündeten der USA im Irak. 3.000 italienische Soldaten sind seit über einem Jahr im südirakischen Nassiriya stationiert. Berlusconi verurteilte am Dienstag den Angriff auf drei italienische Militärpolizisten, die im südirakischen Nassiriya verletzt wurden. "Die Angriffe auf unsere Militärs sind besonders unfair und ungerecht, weil wir uns im Irak im Rahmen einer Friedensmission aufhalten", sagte Berlusconi.
Wieder schwere Kämpfe in Najaf
Unterdessen gingn in Najaf am Dienstag die Gefechte weiter: In der Innenstadt von Najaf waren in der Nähe des Schreins schweres Gewehrfeuer und Mörsergranaten zu hören. Der Polizeichef der Schiiten-Hochburg, Ghalib el Jasairi, drohte damit, die Moschee zu stürmen, sollten die in dem Gebäude verschanzten Aufständischen nicht ihre Waffen niederlegen und die Pilgerstätte verlassen. Bei den Kämpfen wurde auch ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters verletzt. Der irakische Präsident Ghazi al-Yawar sagte in der türkischen Hauptstadt Ankara, al-Sadrs Anhänger sollten "diesen Unsinn" beenden und sich dem politischen Reformprozess im Irak anschließen.
Nationalkonferenz fast gescheitert
In Bagdad ließen aufgebrachte Teilnehmer derweil beinahe die Nationalkonferenz scheitern. Hunderte Delegierte drohten aus Protest gegen das Wahlverfahren für den Nationalrat damit, die Konferenz zu verlassen. Sie argumentierten damit, dass die großen Parteien die Konferenz beherrschten und bereits Listen mit den Mitgliedern des Nationalrats erstellt hätten, wie ein Vertreter der Nationalen Demokratischen Bewegung sagte. "Wir lehnen das ab, und wenn das Problem nicht heute gelöst wird, wird die Konferenz auseinanderbrechen." Der Chef des Organisationskomitees, Fuad Maassum, hielt dagegen, das Wahlverfahren sei "durchsichtig" und werde von unabhängigen Richtern überwacht.(apa/red)
