Nach El-Kaida-Drohungen: Schärfste Anti-Terror-Kontrollen in Italien
- 20.000 Polizisten und 4.000 Soldaten für Sicherheitsaufgaben eingesetzt. Berlusconi als Hauptziel.
·Rom: El Kaida droht mit blutigem Krieg
Hauptziel der radikalen Moslems ist Berlusconi
Nach dem Auslaufen eines Ultimatums an die italienische Regierung, den eine der El-Kaida-Organisation zugerechneten Gruppe an Regierungschef Silvio Berlusconi gerichtet hatte, bleiben die Anti-Terror-Kontrollen in Rom scharf. 13.421 so genannte "sensible Einrichtungen" werden von 20.000 Polizisten und 4.000 Soldaten bewacht, teilte das römische Innenministerium mit. Im Jahr 2003 waren 8.096 Einrichtungen von 12.761 Polizisten bewacht.
Die Soldaten werden vor allem zum Schutz von US- und NATO-Einrichtungen, Telekommunikationsstrukturen, Häfen, Flughäfen und Bahnhöfen eingesetzt. Die Polizisten sorgen vor allem zur Sicherheit von Monumenten, Kirchen und Botschaften, hieß es im Innenministerium. In Rom bildeten sich auch am Montag lange Schlangen von Touristen, die geduldig auf Kontrollen vor dem Eingang des Petersdomes warten mussten.
Auf einer islamistischen Website hatten die Abu-Hafs-el-Masri-Brigaden Ministerpräsident Berlusconi als ihre "Hauptzielscheibe" bezeichnet. "Wir werden nicht zögern, alle Ziele in Rom und in anderen italienischen Städten anzugreifen", hieß es in einem am Sonntag veröffentlichten Text. Die italienische Regierung habe ihr Grab mit eigenen Händen geschaufelt, weil sie einer Aufforderung zum Rückzug ihrer Truppen aus dem Irak bis zum (heutigen) Sonntag nicht nachgekommen sei, hieß es in der Erklärung.
Nach Angaben des Innenministeriums in Rom ist bis zum 19. August die Gefahr von Terroranschlägen beachtenswert, obwohl die Geheimdienste kein konkretes Alarmsignal gemeldet haben. Alarm herrscht auch für den 5. September, Tag des geplanten Papst-Besuchs im Muttergottes-Wallfahrtsort Loreto (Mittelitalien).
Die italienischen Behörden haben ein "Anti-Terror-Komitee" aufgebaut, an dem sich die Verantwortlichen der Geheimdienste und der Sicherheitskräfte beteiligen. Sie stehen unter der Aufsicht von Innenminister Giuseppe Pisanu. Dieser entscheidet über die Alarmstufe im Land. (apa/red)
