Sonntag, 22. August 2004

"profil": Gusenbauer strebt Aufhebung der Höchstbeitragsgrundlage an

  • SPÖ-Vorsitzender will bei der Krankenversicherung Besserverdienende stärker zu Kassa bitten

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" plädiert der SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer für eine Aufhebung der Höchstbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung: "Es ist nicht einsichtig und gerecht, dass jemand, der im Monat 10.000 Euro brutto verdient, de facto einen geringeren Beitrag zur Krankenversicherung leistet als jemand, der zum Beispiel 3000 Euro brutto im Monat verdient."

Daher hält es der SPÖ-Chef für nötig, "im Gesundheitssystem die Höchstbemessungsgrundlage anzuheben". Das letztliche Ziel müsse jedoch, so Gusenbauer, "eine gänzliche Aufhebung sein".

In der Debatte um eine rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Paaren spricht sich der SPÖ-Vorsitzende im "profil"-Interview für eine "Aufhebung des Klubzwanges" bei entsprechenden Abstimmungen im Parlament aus. "Wenn sich die ÖVP dazu entschließen könnte, den Klubzwang aufzuheben, könnten wir im Parlament auch zu einer Mehrheit kommen", so Gusenbauer. Allerdings sei sein persönlicher Eindruck, "dass die ÖVP das zu einer grundsätzlichen Wertefrage macht". (apa)

22.8.2004 09:53