Verhängnisvoller Unfall: Ex-Minister Karl Schlögl aus Gletscherspalte gerettet
- Seil stoppte Sturz des Politikers nach acht Metern
- Rettung durch Bergkollegen & vorbeikommende Gruppe
Eine Bergtour wäre Karl Schlögl - ehemaliger österreischischer Innenminister - beinahe zum Verhängnis geworden. Bei einer Tour am Großvenediger stürzte der Politiker am Freitag den 13. in eine Gletscherspalte.
Das berichteten die "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN) in der Donnerstag-Ausgabe. Ein Seil stoppte den Sturz des Politikers nach etwa acht Metern.
"Puh, das wird eng Schlögl"
Der Bergunfall war "schon sehr dramatisch", wie der ehemalige Innenminister selbst Donnerstag Abend im Gespräch mit der APA sagte. Er habe sich gedacht: "Puh, das wird eng, Schlögl." Dank der Hilfe seiner Freunde und zwei weiterer Seilschaften überstand der Bürgermeister von Purkersdorf den Sturz in die Gletscherspalte mit Prellungen und einem Schrecken.
"Wir waren eine Seilschaft aus vier Personen", berichtete Schlögl. "Der Großvenediger gilt eigentlich als leichter Berg. Man geht fast die ganze Zeit über Gletscher. Als wir an einer Spalte vorbeigekommen sind, hat unser Bergführer gesagt: 'D'rüberspringen'. Ich war der letzte, der gesprungen ist. Als ich aufkam, brach ein Teil vom Eis ab."
Der SP-Politiker fiel "senkrecht in die Tiefe". Zum Glück konnten ihn seine Freunde halten, so dass Schlögl in acht Meter Tiefe hängen blieb. "Unser Fehler war, dass das Seil zwischen mir und Christoph Zernatto nicht gespannt war", analysierte Schlögl. Und es war "auch ein Glück, dass ich die anderen nicht mitgerissen habe", so der Ex-Innenminister.
Keine ernsthaften Verletzungen
Bis auf Prellungen blieb Schlögl beim Sturz unverletzt. Allerdings habe er sich in der Spalte hängend ernsthafte Sorgen gemacht. Die Erfrierungsgefahr war groß. "Da kommt natürlich Panik auf." Noch dazu drückte sich das Seil immer stärker ins Eis, was die Rettung erschwerte.
Dank der Hilfe zweier weiterer Seilschaften konnte sich ein Freund, der Postenkommandant von Seeboden in Kärnten, zum Verunfallten abseilen. Nach etwa einer Stunde war Schlögl aus seinem eisigen Gefängnis befreit.
(apa/red)
