Wirbel um St. Pölten zeigt Wirkung: Kirchenaustritte nehmen rasant zu
- Wien +30%, St. Pölten +186%, Krems sogar + 322,2%?
- PLUS: Die Chronologie des Skandals in St. Pölten
·Causa St. Pölten zeigt seine Wirkung!
Immer mehr Gläubige treten aus Kirche aus
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Der Sexskandal rund um das Priesterseminar in St. Pölten wirkt sich jetzt auch messbar negativ auf die Kirche aus. In Wien traten im Juli 30% mehr Gläubige aus, als im Vorjahr. Dramatisch die Lage in St. Pölten und Krems. Im Zentrum des Skandal kehrten +186% der Kirche den Rücken, in Krems waren es sogar +322,2%!
Die "Presse" veröffentlicht in ihrer Freitag-Ausgabe die ersten amtlichen Daten seit Bekannt-Werden des Skandals: demnach hat Wien nach bisherigem Stand im Juli gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 29,47 Prozent zu verzeichnen. Das offizielle Datenmaterial für Wien stützt sich auf die fünf bevölkerungsstärksten Bezirke Wiens (10., 22., 21., 2. und 16. Bezirk) sowie den 19. Bezirk als einen der "bürgerlichen" Bezirke. In St. Pölten haben die Austritte um 185,7 Prozent im Vergleich zum Juli 2003 zugenommen (in absoluten Zahlen - Juli 2003: 28, Juli 2004: 80).
Alarmierend seien die Zahlen auch in Krems, berichtet die "Presse" weiter. Dort stiegen die Austritte im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 322,2 Prozent an. In absoluten Zahlen: Statt neun im Juli 2003 verließen heuer im Juli 38 Katholiken ihre Kirche. Allerdings verzeichnet man heuer mit 31. Juli bereits fast genauso viele Austritte wie im gesamten Jahr 2002, nämlich 182.
Interessante Situation in Tulln
Interessant das Bild im Bezirk Tulln: In jenem Teil, der im Bereich der Erzdiözese Wien liegt, traten im Juli sechs Katholiken aus. In jenem, der zur Diözese St. Pölten gehört, waren es 42.
Erich Leitenberger, Pressesprecher der Erzdiözese Wien, wird von der "Presse" dazu mit folgendem Statement zitiert: "Das sind isolierte Zahlen, die nichts über den Globaltrend aussagen. Der Globaltrend der letzten Jahre ist Gott sei Dank rückläufig. Aber jeder Kirchenaustritt ist einer zu viel. Es ist immer schrecklich, wenn sich jemand, der getauft ist, aus der Gemeinde der Glaubenden verabschiedet."
(apa/red)
