Donnerstag, 19. August 2004

Geisterfahrer-Unfall auf der Ostautobahn: Ein Toter bei Crash nahe Schwechat

  • Autobahn im Bereich des Flughafens wurde gesperrt, kilometerlange Staus waren die Folge

Ein Todesopfer, die Ostautobahn (A4) in Richtung Flughafen Schwechat gesperrt, ausgedehnte Staus - auch auf den Ausweichstrecken: Das war Donnerstag früh die Szenerie nach einem Geisterfahrerunfall am Stadtrand von Wien. Ein 79-jähriger Bayer war mit seinem Mercedes offenbar falsch auf die A4 aufgefahren und kilometerweit auf der falschen Fahrbahn unterwegs gewesen - bis zum Crash.

"Wo der Pkw-Lenker auf die Autobahn gelangte, ist noch nicht bekannt", erklärte Donnerstag vormittag ein Beamter des Verkehrsunfallkommandos der Bundespolizeidirektion Schwechat gegenüber der APA. Jedenfalls: Um 4.10 Uhr war bei der Autobahngendarmerie Alarm geschlagen worden. Zu diesem Zeitpunkt war der 79-jährige Petru B. aus Neuburg an der Donau (Bayern) auf der Autobahn bei Fischamend auf der Fahrbahn nach Osten - aber in Richtung Wien - unterwegs. Ein Streifenwagen der Autobahngendarmerie wollte den Mann nämlich dort aufhalten. Doch er brauste weiter.

Laut der Freiwilligen Feuerwehr Schwechat dürfte B. zumindest 16 Kilometer weit Geisterfahrer gewesen sein. Es gab aber auch Informationen, wonach der Mann gar schon bei Nickelsdorf - also an der Grenze zu Ungarn - auf die falsche Fahrbahn geraten sein könnte.

Um 4.20 Uhr krachte es schließlich bei der Abfahrt Schwechat in der Nähe der Landesgrenze zwischen Wien und Niederösterreich. "Ein deutscher Lkw hat einen ungarischen Lkw überholt und war damit auf der zweiten Spur. Der deutsche Lkw prallte frontal mit dem Pkw zusammen", hieß es bei der Polizei in Schwechat. Der Unglückslenker wurde in dem total zerstörten Wrack eingeklemmt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Der Lkw-Fahrer blieb unverletzt.

In der Folge musste die A4 in Richtung Osten für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Die Autos wurden bereits in Wien-Simmering abgeleitet. Der Stau auf der Autobahn reichte bald bis auf die Südosttangente zurück. Staus gab es auch auf der Simmeringer Hauptstraße und auf der B11. Gegen 9.00 Uhr konnte die Autobahn schließlich wieder freigegeben werden. Unangenehm war die Situation auch für Reisende, die mit dem Auto zum Flughafen unterwegs waren. Da wurde es knapp oder gar zu spät.

Eine Sprecherin der Austrian Airlines: "Es sind einige Passagiere zu spät gekommen. Es war aber nicht sonderlich auffällig. Unsere Mitarbeiter waren schon vorbereitet und haben zu spät Kommende auf die nächsten Maschinen umgebucht." Zu solchen Problemen komme es ja immer wieder.


(apa/red)

19.8.2004 07:09