Mittwoch, 18. August 2004

Bluttat auf Campingplatz in Lignano: Mann tötet Sohn & Mädchen, begeht dann Suizid

  • Opfer möglicherweise zuvor mit Äther betäubt
  • Motiv noch unklar, möglicherweise familiäre Gründe

Siegfried V., der 37-jährige Oberösterreicher, der seinem Wohnmobil auf einem Campingplatz in Latisana unweit des italienischen Adria-Badeortes Lignano seinen 16-jährigen Sohn und ein 14-jähriges Mädchen erstochen und sich dann umgebracht haben dürfte, soll den Doppelmord bis ins Detail geplant haben. Wie die italienischen Ermittler berichteten, habe der Mann seine Opfer mit Äther betäubt, bevor er sie mit einem Küchenmesser erstach. Eine Flasche Äther wurde in dem Wohnwagen gefunden. Die italienischen Behörden gehen davon aus, dass sich V. überdies selbst betäubt hatte, bevor er sich mit einem Plastiksack über den Kopf gestülpt erstickt habe.

Nach Angaben der Kärntner Behörden ist V. ein gebürtiger Wiener. Er war anschließend in Oberösterreich verheiratet, der - inzwischen geschiedenen - Ehe entstammen zwei Söhne, 16 und zwölf Jahre alt.

Nach Angaben der Besitzer des Campingplatzes "Girasole", in dem sich das Drama abspielte, war V. bereits früher in Latisana gewesen. Vor zwei Jahren hatte er mit einer Frau einige Tage Urlaub in der Ortschaft unweit von dem Adria-Strand von Lignano Sabbiadoro verbracht, ging aus den Verzeichnissen des Campingplatzes hervor.

Zuletzt hatten die Gäste des Campingplatzes V. am Sonntagvormittag gesehen. "Er saß vor seinem Wohnwagen und rauchte", berichteten einige Gäste. Er sei keineswegs aufgefallen. Die beiden Jugendlichen seien zuletzt am Samstag auf dem Campingplatz gesehen worden.

Ex-Frau fassungslos: "Er hätte sowas nie getan"
Die ehemalige Frau des 37-jährigen Schlossers Siegfried Varga ist in Latisana eingetroffen um die Leichen zu identifizieren. Siereagierte fassungslos. "Ich kann es nicht glauben, mein Ex-Mann hätte so etwas nie getan".

Am Donnerstag vormittag wurde das Wohnmobil von der ermittelnden Staatsanwältin von Udine, Claudia Danelon, erneut genau überprüft. Die Obduktion der Leichen soll noch im Laufe des Tagen stattfinden. Die Identifikation erwies sich für die Ermittler angesichts des Verwesungszustands der Leichen besonders schwierig.

Die vergangenen beiden Jahre lebte der gelernte Schlosser in Villach, wo er auch ein kleines Planungsbüro betrieb. Doch von Nachbarn war er seit rund einem halben Jahr nicht mehr gesehen worden. Die Wohnung war inzwischen weiter vermietet worden.

Der 16-jährige Siegfried lebte die beiden vergangenen Jahre bei seinem Vater in Villach. Er soll jedoch die Absicht geäußert haben, zu seiner Mutter nach Oberösterreich übersiedeln zu wollen. Dies könnte auch ein Motiv für die schreckliche Bluttat gewesen sein.

(apa/red)


18.8.2004 19:05