Dienstag, 10. August 2004

Autokosten sind enorm: Seit 1997 privater Gebrauch um 17 Prozent teurer geworden!

  • ARBÖ beklagt: Kilometergeld seit 7 Jahren eingefroren
  • Sprit, Versicherung und Reperaturen so teuer wie nie

Die privaten Autokosten sind seit Juni 1997 um 17 Prozent gestiegen! Nicht nur die Spritkosten gehen ständig in die Höhe, auch fast alle anderen Kosten rund ums Auto steigen weiter. Wer sein privates Auto für berufliche Zwecke verwendet und dafür lediglich Kilometergeld erhält, zahlt zunehmend drauf. "Eine Erhöhung des Kilometergeldes um mindestens 4,5 Cent auf 40,5 Cent ist überfällig", bekräftigt der ARBÖ-Generalsekretär Rudolf Hellar.

Auch die jüngste Anhebung der Pendlerpauschalen um 15 Prozent reicht nicht aus, um die Mehrkosten zu decken, eine nochmalige Erhöhung um weitere 15 Prozent ist gerechtfertigt. Hellar: "Um den Arbeitsplatz zu erreichen, nehmen die Arbeitnehmer lange Wege in Kauf. Von den Arbeitnehmern wird eine immer größere Mobilität verlangt".

Allein im bisherigen Jahresverlauf mussten die Autofahrer im Mai und Juni gleich zwei massive Teuerungsschübe in Kauf nehmen. Zuletzt kletterten die Autokosten im Juni 2004 gegenüber Juni 2003 um 4,5 Prozent und stiegen damit doppelt so rasant wie die allgemeine Teuerungsrate mit 2,3 Prozent.

Versicherung und Reperaturen werden teuerer
Verteuert haben sich im Juni nicht nur die Treibstoffe, die im Vergleich um 16,5 (Normalbenzin), 15,9 Prozent (Superbenzin) und um 14,5 Prozent (Diesel) zugelegt haben. Angezogen haben die Preise für Teilkaskoversicherung, die gleich um 8,1 Prozent nach oben schnellte. Überdurchschnittlich gestiegen sind auch die Preise für eine ganze Reihe weiterer Autokosten: für Lastenträger (+ 9,8 Prozent), Wagenwäsche (+6,6 Prozent) für Parkgaragen (+4,8 Prozent) und Parkpickerl (4,4 Prozent). Tiefer in die Tasche greifen mussten die Autofahrer im Juni auch für diverse Reparaturarbeiten: die Kfz-Spenglerstunde kostet um 4,6 Prozent mehr, ebenso die Kfz-Mechanikerstunde (4,5 Prozent), aber auch die Arbeitszeiten zur Reparatur von Scheinwerfern (+6,1 Prozent), Auspuffanlagen (+4,3 Prozent) oder Windschutzscheiben (+5 Prozent).

Überdurchschnittlich stark zugelegt haben die Kosten für diverse Materialien und Ersatzteile: Kriechöl kostete um 4,9 Prozent mehr, Autozündkerzen verteuerten sich um 6,6 Prozent und Wasserpumpen um 4,4 Prozent.

Winterreifen billiger
Von den 42 Positionen, die der Warenkorb für den Autokostenindex umfasst, haben sich seit Juni vorigen Jahres lediglich zwei Positionen verringert: Winterreifen wurden um -0,2 Prozent billiger und die Preise für Fahrräder gaben um 3,6 Prozent nach. Der Autokostenindex - die offizielle Bezeichnung dafür lautet "Index für den privaten PKW-Verkehr" - wird von der Statistik Austria auf Kosten des ARBÖ, des ÖAMTC, der Bundesarbeiterkammer, der Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst und der Wirtschaftskammer errechnet.

Der Sinn des Autokostenindex: wer sein privates Fahrzeug für berufliche Zwecke (Dienstreisen) verwendet, sollte eine angemessene Abdeckung der Autokosten in Form des pauschalierten Kilometergeldes gekommen. Seit Juni 1997 beträgt das Kilometergeld 36 Cent pro Kilometer. (apa/red)

10.8.2004 11:40