Freitag, 13. August 2004

AK-Analyse: Albtraum Urlaub! Häufigste Reisebeschwerden der Österreicher!

  • Rund 40 Prozent beanstandeten Unterkunfts-Mängel!
  • Tipps: Das können Sie bei verpatztem Urlaub tun!

Statt eines erholsamen Urlaubs hatten Sie nur Zoff? Heuer erlebten viele KonsumentInnen statt der erholsamsten Tage im Jahr ihre blauen Wunder. Eine Analyse der Arbeiterkammer zeigt, worüber sich die Österreicher im Urlaub heuer am meisten ärgerten...

Eine Baustelle im Hotel, es war schmutzig und laut - rund 40 Prozent der Verbraucher beklagten Mängel rund um die Unterkunft im Urlaub. Knapp ein Drittel ärgerte sich über gestrichene oder überbuchte Flüge, Flugzeitenänderungen sowie verspätete Gepäckauslieferungen - bis zu einer Woche. Das zeigt eine AK Auswertung von Urlaubsbeschwerden. "Die Beschwerden sind im Vergleich zu 2003 stark gestiegen", sagt AK Konsumentenschützerin Jutta Repl.

Die AK Wien hat die ersten Urlaubsanfragen und -beschwerden von 300 KonsumentInnen im Juli ausgewertet. Die Anzahl der Beschwerden ist im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gestiegen, 2003 waren es 227. Auch in der AK Oberösterreich haben die Beschwerden in den ersten sieben Monaten um ein Fünftel zugenommen.

40 Prozent hatten Ärger mit mangelhafter Unterbringung
Die AK Analyse zeigt: Rund 40 Prozent beschwerten sich über die mangelhafte Unterbringung. Fast die Hälfte davon kritisierte die miese Unterkunft - Baustellen oder Renovierungsarbeiten im oder neben dem Hotel, eine schlechtere Kategorie der Hotelanlage als im Katalog oder Inserat angekündigt war. Manche beklagten die Lärmbelästigungen, die schlechte Verpflegung, die Algen im Meer oder den unbenutzbaren Strand sowie zugesagte Freizeiteinrichtungen, die fehlten. Viele ärgerten sich wegen der überbuchten Quartiere.

Ärgernis: Unpünktliche Flüge und nachträgliche Preiserhöhungen
Knapp ein Drittel der Klagen betraf Mängel rund um die Flugbeförderung. Es ging um verschobene Abreisetermine - der Flug wurde um mehrere Stunden bis zu einem Tag verschoben, Flugverspätungen und gestrichene oder überbuchte Flüge. In vielen Fällen verleidete die verspätete Gepäckauslieferung - bis zu einer Woche - den Konsumenten den Urlaub. Und 44 KonsumentInnen regten sich über nachträgliche Preiserhöhungen auf, weil wegen der hohen Ölpreise ein Kerosinzuschlag verlangt wurde. Besonders bei Frühbuchern sorgten diese Verteuerungen für Unmut.

Besonders schlimm: Konkurs des Veranstalters
Knapp 16 Prozent der Verbraucher informierten sich wegen einer Pleite des Reiseveranstalters, um ihre Rechte bei der Insolvenzsicherung abzuklären und ihre Ansprüche beim Versicherer geltend zu machen. Heuer meldete der Reiseveranstalter Unirop/Bonvia in der Hauptsaison Konkurs an. Darüber hinaus ging es noch um Probleme bei der Stornierung von Reisen sowie um Änderungen des Programmablaufs bei Rundreisen oder Kreuzfahrten. Die meisten Beschwerden betrafen TUI, Gulet Touropa Touristik, Unirop/Bonvia. Die am häufigsten betroffenen Urlaubsländer waren: Türkei, Griechenland und Ägypten.

Und das können Sie bei verpatztem Urlaub tun:
Die AK Konsumentenschützer raten:
+ Machen Sie nach der Rückkehr aus dem Urlaub Ihre Ansprüche mit einem eingeschriebenen Brief gegen den Reiseveranstalter geltend. Einen Musterbrief finden Sie auf der AK Homepage unter www.konsumentenschutz.at.
+ Lassen Sie sich nicht bei Ihren berechtigten Beschwerden mit Gutscheinen abspeisen. Eine Preisminderung ist in bar zu gewähren. Wie hoch Ihre Ansprüche sind, können Sie aus der "Frankfurter Tabelle" ersehen, die Sie ebenfalls im Internet auf der AK Wien Homepage finden.
+ Hatte der Urlaub wegen solcher Mängel keinen Erholungswert oder war der Erholungswert dadurch zumindest erheblich beeinträchtigt, kann auch Schadenersatz für entgangene Urlaubsfreude geltend gemacht werden. Voraussetzung ist ein Verschulden des Reiseveranstalters.
+ Für den nächsten Urlaub: Beanstanden Sie Reisemängel sofort vor Ort. Dokumentieren Sie die Mängel zu Beweiszwecken - Fotos, Zeugen, Videos.

13.8.2004 11:32