Luxus ohne Grenzen - Berlusconi baute sich Traumreich auf Sardinien!
- 27-Zimmer-Villa, Freiluft-Theater & Wasserfall!
- Demnächst besuchen die Blairs 'La Certosa'!
Tiefstapeln ist seine Sache nicht. Das werden auch der britische Premier Tony Blair und Ehefrau Cherie erleben, wenn sie den italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi demnächst auf seinem Anwesen 'La Certosa' auf Sardinien besuchen. Was Berlusconi dort zu bieten hat, ist selbst gemessen an bisherigen Extravaganzen des Multimilliardärs schlichtweg bombastisch...
"Würdig eher für den Besuch der Royal Family" als für einen normal sterblichen Politiker, wie die britische Zeitung "The Scotsman" anmerkt. In Italien ist das hermetisch abgeschirmte herrschaftliche Domizil samt 27-Zimmer-Villa, künstlichen Wasserfällen und einem Freiluft-Theater nach antikem Vorbild längst zum öffentlichen Thema geworden - begleitet von bissiger Kritik.
Im antiken Theater singt Pavarotti
"La Certosa" heißt das Refugium an einer der schönsten Küsten des Mittelmeers. 40-Hektar-Privatbesitz, "so groß wie der Vatikan-Staat", wie römische Medien spöttisch vermerken. Das "antike" Theater aus weißem Granit und nach Art der alten Griechen, das dort derzeit seiner Vollendung entgegenstrebt, soll zum Juwel des Anwesens wie zum Kulminationspunkt des Blair-Besuchs werden. Zur Einweihung vor den Augen der Briten-Paares, werde vermutlich Shakespeare rezitiert, enthüllt die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera", womöglich singt auch Luciano Pavarotti. Noch ist alles streng geheim, nur dass es spektakulär wird, einzigartig in Europa, daran gebe es nicht den Hauch eines Zweifels.
Die demonstrative Bescheidenheit, wie sie deutsche Politiker im Urlaub pflegen, ist Berlusconi fremd. Berlusconi, der seine Milliarden als Bau- und TV-Unternehmer verdiente, hat sich auf Sardinien ein Reich erschaffen, das lediglich "luxuriös" zu nennen eine Untertreibung wäre. Seltene Sträucher, 400 Kakteen-Arten aus aller Welt habe er zur Verschönerung einfliegen lassen, Jahrhunderte alte Olivenbäume säumten die Wege und es gebe einen "geheimen Fluchttunnel", berichten die Medien, einen Wasserfall sowie einen vom Menschenhand modifizierten See, an dem sich der Labour-Premier samt Ehefrau entspannen sollen. Von diversen Swimmingpools gar nicht zu reden.
Streng geheime Baupläne & Umweltschützer protestieren
"Ein bisschen Grand Hotel, ein bisschen Camp David", nannte die römische Zeitung "La Repubblica" das großzügige Areal mit bissiger Ironie und brachte unlängst einige Begleiterscheinungen der Bauvorhaben ans Tageslicht, die nicht unerheblichen Ärger bereiteten. Für Irritationen unter Lokalpolitikern, Umweltschützern und Oppositionsleuten in Rom sorgte vor allem die Geheimhaltung, die das Vorhaben umgibt. Mehrmals versuchten sie sich per Motorboot den Berlusconi-Gestaden zu nähern, stets drängte die Küstenwache sie ab. Im römischen Parlament wurde um Aufklärung gebeten. Angeblich würden die Baupläne nicht enthüllt, weil es sich um ein Staatsgeheimnis handle.
(apa/red)
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