Mittwoch, 11. August 2004

Das Ferienland Italien wird immer teurer und viele Touristen bleiben bereits aus!

  • 14 Euro pro Tag für zwei Liegen plus Sonnenschirm!
  • Teures Essen: Fischgericht kostet 40 Euro pro Person!

Bella Italia wird immer teurer: Für zwei Liegen plus Sonnenschirm zahlt man beispielsweise in Rimini bereits 14 Euro pro Tag. Und auch ein Meeresfrüchte-Dinner schlägt zuweilen schwer auf den Magen und ein Loch ins Geldbörserl: Für ein Fischgericht muss man bereits 40 Euro pro Person hinblättern...

Rimini, gewiss nicht die erste Adresse für erholsame Badeferien in "Bella Italia", muss ein Touristenpaar für zwei Liegen plus Sonnenschirm derzeit 14 Euro am Tag hinblättern. Ein Fischgericht im Lokal kostet im Schnitt 40 Euro - das allerdings für eine Person. Und die Drei-Sterne-Hotels der Adriastadt verlangen für ihre Doppelzimmer 160 Euro. Dabei gilt die Adria noch als vergleichsweise preiswerte Ferienregion Italiens.

Cara Vacanza
"Cara Vacanza" (Teure Ferien) überschreibt die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" in dicken Lettern ihren "Selbstversuch" in Sachen Preise - das ist fast schon ein nationaler Aufschrei. Auch die Hoteliers schlagen Alarm: Im Durchschnitt 15 Prozent weniger Touristen kamen im Juni und Juli; in der Toskana, Ligurien, Venetien und Emilia-Romagna sind es gar 20 Prozent minus. Das kommt beinahe schon einer Katastrohe gleich in einem Land, das fast 12 Prozent seines Sozialprodukts mit dem Tourismus verdient. Vor allem: Deutsche und Österreicher kommen immer weniger.

Die Deutschen bleiben aus
Auch die Deutschen können sich bella Italia nicht mehr leisten. Dieses Jahr kamen angeblich bisher - je nach Region - bis zu 30 Prozent weniger, das macht laut Reiseveranstaltern ein Minus von einer Million Besuchern.

Kroatien wird immer beliebter
"Lange Autoschlangen, aber in Richtung Kroatien", titelte eine Zeitung jüngst - dabei gelten Badeferien im kostengünstigeren Nachbarland für Italiener fast schon als "nationaler Verrat". Selbst an den Stränden vor den Toren Roms wird derzeit über mangelnde Badegäste geklagt - dort gebe es ein Minus von ebenfalls 30 Prozent, schuld seien die gesalzenen Preise. Wenn auch das "Krisenbewusstsein" und die Bereitschaft zum Klagen in Italien weniger entwickelt sind als in Deutschland: Das Geld ist knapp geworden.

Italiener können sich Urlaub im eigenen Land nicht mehr leisten
Immer billiger werden die Ferien - auch für die Italiener. Ein Drittel fährt nur noch höchstens eine Woche weg, die Hälfte gibt nur noch 750 Euro aus - da ist nichts mehr mit Fischessen im Restaurant.

(apa/red)

11.8.2004 09:27