Freitag, 13. August 2004

'Sicher leben' warnt: Am Bauernhof lauern auf Urlaubskinder unbekannte Gefahren!

  • Jedes 2. Kind verletzt sich durch Sturz aus der Höhe!
  • Häufig: Unfälle mit landwirtschaftlichen Geräten!

Für Stadtkinder ist Urlaub am Bauernhof ein tolles Erlebnis. Doch am Bauernhof lauern für Bauernkinder wie für Urlaubskinder einige Gefahren. Laut einer Erhebung des Instituts "Sicher Leben" müssen jährlich rund 700 bis 800 Kinder unter 15 Jahren nach einem Unfall außerhalb des Wohnbereiches bzw. in dessen näherer Umgebung im Spital behandelt werden...

Dabei verletzt sich jedes zweite Kind durch einen Sturz aus der Höhe. "Kinder, die zum ersten Mal einen Bauernhof erleben, werden ihren Entdeckungsdrang kaum zügeln können. Zuviel Neues und Interessantes gibt es zu erkunden. Blessuren beim Spielen und Herumtoben sind dabei kaum vermeidbar, schwere Unfälle mit landwirtschaftlichen Geräten oder durch Abstürze in Gruben müssen aber verhindert werden", warnt "Sicher Leben"-Leiter Dr. Rupert Kisser vor den Gefahren.

Jedes zweite Kind verletzt sich durch einen Sturz
Eine gemeinsame Studie der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) und des Institutes "Sicher Leben" aus 2002 ergab, dass es auf Bauernhöfen immer wieder zu schwersten Verletzungen kommt. Ursachen dafür sind die spezifischen Gefahrenquellen, die es auf einem Bauernhof gibt. Die Verletzungsgefahr beim Spielen oder im Haushalt ist jedoch im bäuerlichen wie im nicht-bäuerlichen Umfeld gleich groß. Neueste Erhebungen des Instituts "Sicher Leben" zeigen, dass jährlich rund 700 bis 800 Kinder unter 15 Jahren nach Unfällen außerhalb des Wohnbereiches bzw. in dessen näherer Umgebung im Spital behandelt werden müssen. Davon verletzt sich jedes zweite Kind (49 Prozent) durch einen Sturz aus der Höhe, z.B. Sturz durch ein Futterloch im Dachboden. 28 Prozent der Kinder erleiden Quetschungen, klemmen sich ein oder ziehen sich eine Schnittwunde zu. 65 Prozent der Verletzungen betreffen die oberen Extremitäten; 20 Prozent den Kopf. In 38 Prozent der Unfälle handelt es sich um Knochenbrüche.

Verantwortung liegt beim gastgebenden Bauern und den Eltern
"Ein Urlaub am Bauernhof ist vor allem für Stadtkinder ein unvergessliches Erlebnis. Unfälle beim Herumtollen passieren genau so wie zu Hause. Doch der Bauernhof ist ein Betrieb, auf dem es spezielle Gefahrenquellen, wie Traktoren, Maschinen oder diverse Gruben, gibt. Die Gastgeber werden auch im Interesse ihrer eigenen Kinder diese Gefahren verantwortungsbewusst sichern, trotzdem sollten die Eltern von Urlaubskindern immer auch ein Auge auf ihren Nachwuchs haben", betont Kisser.

Gefahrenquellen: Maschinen & Gruben
Kinder sind ständig auf der Suche nach Verstecken. Brunnen, Gruben, Kanäle und Schächte gehören dazu. Die Unfälle an diesen beliebten, aber dennoch gefährlichen Spielplätzen vermeiden verantwortungsvolle Bauern durch Maßnahmen, wie feste Umzäunung der Gruben, die Kinder nicht überklettern können bzw. durch schwere, versperrbare Verschlüsse, mit denen Gruben und andere Erdöffnungen abgedeckt sind. Immer wieder passieren Unfälle, wenn Kinder von Traktoren fallen oder überrollt werden. Häufig verletzen sich Kinder auch an landwirtschaftlichen Geräten, wie Mähdreschern oder Pflugscharen. Der gastgebende Bauer darf Maschinen niemals unbeaufsichtigt laufen lassen und Urlaubskinder nicht auf ungeeigneten Sitzen im Traktor mitnehmen. Bei abgestellten Fahrzeugen muss die Handbremse gezogen sein. Die Fahrzeuge müssen zudem durch Bremsklötze gesichert und Türen (sofern vorhanden) verschlossen sein, Startschlüssel müssen abgezogen sein.

"Sicher Leben"-Tipps:
Traktoren:
- Das Mitfahren von Kindern unter fünf Jahren ist gesetzlich
verboten!
- Kinder bis zum zwölften Lebensjahr dürfen nur dann mitgenommen
werden, wenn sich die Kinder anhalten und abstützen können. -
Sitzfederung und Rückhaltesystem wird empfohlen.
- Der Fahrer muss sich unmittelbar vor dem Wegfahren vergewissern,
ob sich Kinder in der Nähe des Traktors aufhalten.

13.8.2004 11:33