Britische Wissenschaftler erfinden Fensterglas, das die Hitze draußen lässt
- Glasbeschichtung verändert sich ab 70 Grad Celsius
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Angenehme Kühle im Raum trotz großer Fensterflächen? Es geht. Britische Wissenschaftler haben ein Fensterglas entwickelt, das die Hitze draußen lässt. Ab einer Temperatur von 29 Grad Celsius verändert sich die chemische Struktur der Glasbeschichtung und verhindert den Einlass von infrarotem Licht. Dadurch wird der dahinterliegende Raum nicht erhitzt.
Seit Jahren versuchen Forscher mit gefärbtem oder getöntem Glas den Temperatur-Gegebenheiten Herr zu werden. Getöntes Glas hält zwar die Räume kühl, bringt aber im Winter Nachteile, da auch dann die Sonnenstrahlen die Räume nicht erwärmen können.
Das neuartige High-Tech-Fensterglas verspricht aber tatsächlich Abhilfe wie die Erfinder Ivan Parkin und Troy Manning vom University College in London berichten. Das Glas ist mit Vanadium-Dioxid beschichtet. Bis zu einer Temperatur von 70 Grad Celsius verändert sich der Stoff nicht, dann allerdings schon: Die Elektronen verschieben sich und machen aus dem Halbleiter ein Metall, das die Infrarotstrahlung ausfiltert. Den Forschern ist es gelungen mit der Beigabe des Metalls Tungsten diese Reaktionstemperatur auf 29 Grad Celsius zu senken.
Der nächste Schritt in der Herstellung war, diese Chemikalien in die Glasproduktion zu integrieren. Das soll die Massenproduktion des wärmefilternden Glases billig und effektiv machen. In den kommenden drei Jahren soll das System so ausgereift sein, dass es serienmäßig produziert werden kann. Einige Kinderkrankheiten weist das derzeitige Produkt nämlich noch auf: einerseits ist das beschichtete Glas stark gelbgetönt, andererseits bleibt die Beschichtung nicht permanent am Glas. Manning gibt sich dennoch zuversichtlich. "Mit einer weiteren Zugabe von Titanoxid sollte die Beschichtung permanent am Glas bleiben", so der Forscher. Mithilfe von Farbbeimengungen soll dann auch der Gelbstich verschwinden. (pte)
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