Irrtum mit tödlichen Folgen: Sonnencreme schützt nicht vor bösartigen Melanomen!
- Deutsche Studie schlägt jetzt Hautkrebs-Alarm!
- Gefährliche UVA-Strahlen von Cremes kaum filterbar!
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Eine deutsche Studie schlägt jetzt Alarm: Eine Langzeit-Untersuchung von 1.232 Buben und Mädchen über drei Jahre ergab, dass Sonnencremes eine trügerische Sicherheit geben...
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum mit potenziell tödlichen Folgen: Millionen Menschen vertrauen ganz auf Sonnencremes, um sich vor Hautkrebs zu schützen. Tatsächlich beugen sie damit aber nur bestimmten Tumoren wie den meist gut heilbaren Basalzell- und Plattenepithelkarzinomen vor. Das besonders bösartige maligne Melanom können sie auf diese Weise nicht verhindern, wie eine deutsche Studie jetzt ergeben hat: Durch intensive Sonneneinstrahlung bilden sich selbst bei hohen Lichtschutzfaktoren Muttermale. Und diese erhöhen deutlich das Risiko für schwarzen Hautkrebs.
Trügerische Sicherheit
"Das ist eine extrem Besorgnis erregende Erkenntnis", sagt der Dermatologe Jürgen Bauer, der an der Studie der Universität Tübingen beteiligt war. Viele Menschen glaubten, mit der Vorbeugung von Sonnenbränden generell auf der sicheren Seite zu sein. "Diese Sicherheit ist aber ausgesprochen trügerisch und verführt dazu, länger in der Sonne zu bleiben, als die Haut es verträgt", warnt der Mediziner.
Studie an 1.232 Buben und Mädchen
Die Hautärzte hatten 1.232 Buben und Mädchen in Stuttgarter und Bochumer Kindergärten untersucht und zugleich Daten zu Urlaubs- und Freizeitaktivitäten, Sonnenbränden und Sonnenschutzmaßnahmen gesammelt. Nach drei Jahren wurde die Untersuchung wiederholt. Ergebnis: Kinder mit heller Haut und Sommersprossen hatten besonders viele Muttermale gebildet. Starke Sonnenstrahlung über kurze Zeit - etwa beim Urlaub in Südeuropa - verstärkte die Fleckenbildung ebenso wie eine niedrige Einstrahlung über längere Zeit - etwa beim häufigen Spielen im Freien.
Vor allem aber stellten die Ärzte fest, dass Sonnencreme in dieser Hinsicht keinerlei Schutzwirkung hatte, im Gegenteil: Kinder, die besonders häufig und stark mit den Lotionen eingerieben worden waren, hatten sogar etwas mehr Muttermale als andere. "Dieses Ergebnis muss beunruhigen, weil der Zusammenhang zwischen Leberflecken und Hautkrebs eindeutig belegt ist", betont Bauer.
Hautkrebs-Tendenz steigend
Den "großen Sonnencreme-Irrtum" macht Bauer mitverantwortlich für die dramatische Ausbreitung des malignen Melanoms in Deutschland: Seit den siebziger Jahren haben sich die Erkrankungszahlen nach Angaben der Deutschen Krebshilfe fast versechsfacht. Derzeit wird jährlich bei rund 11.500 Menschen das bösartige Leiden diagnostiziert - Tendenz unvermindert steigend. Alarmierende Zahlen gibt es auch aus Österreich: 1992 waren es noch 4.700 Österreicher, die sich wegen eines Melanoms stationär behandeln ließen, 2001 bereits 7.440 Menschen. Dank verstärkter Aufklärung gehen die Leute früher zum Arzt. Die Rate der Todesfälle wegen Hautkrebses ist daher trotzdem zurückgegangen. 1992 starben 387 Österreicher an einem Haut-Karzinom, 2001 waren es 300 Tote.
Ursache: Zusammensetzung der Cremes
Die Ursache für den mangelhaften Schutz vor Muttermalen vermutet Bauer in der Zusammensetzung der Sonnencremes: Generell gut sei deren UVB-Filter, wesentlich schwächer sei dagegen der Schutz vor UVA-Strahlen, bei denen zunehmend ein Zusammenhang mit Hautkrebs diskutiert werde. Immer mehr Hersteller versuchten daher, die Zusammensetzung ihrer Cremes zu ändern.
Gesunde Bräune gibt es nicht
Dies sei aber alles andere als einfach, weil sich UVA - das sind die langwelligen ultravioletten Strahlen - nur sehr schwer filtern lasse, sagt der Experte. Dennoch könnten die Hersteller nach seiner Überzeugung einen wichtigen Beitrag leisten, die tödliche Entwicklung zu stoppen: "Sie sollen endlich aufhören, mit 'gesunder Bräune' zu werben. Gesunde Bräune gibt es nicht."
(apa/red)
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