Freitag, 13. August 2004

IT-Aufträge: Indien läuft China wegen besserer Qualifikationen den Rang ab

  • Ausschlaggebend: Mangelndes Englisch der Chinesen
  • Service-Arbeitsplätze zunehmend ins Ausland verlagert

In einem immer schärfer ausgetragenen Wettbewerb auf dem Markt für IT-Aufträge hat Indien China den Rang abgelaufen. Wie ChinaTechNews unter Berufung auf aktuelle Zahlen berichtet, kann sich China trotz der geringeren Lohnkosten und einer etablierten internationalen Strategie nicht auf dem Markt durchsetzen. Stattdessen ist Indien an dem fernöstlichen Rivalen vorbeigezogen.

Hauptgrund für diese Entwicklung ist die durchschnittlich bessere Qualifikation der indischen Arbeiter sowie vor allem die besseren Englischkenntnisse. Obwohl laut ChinaTechNews 85 Prozent der internationalen IT-Auftrags-Märkte Englisch als Geschäftssprache angenommen haben, können die meisten Chinesen mit der englischen Sprache ohne Dolmetscher oder Wörterbuch nichts anfangen.

Geschäftssprache Englisch
Die englische Sprache ist eine Grundvoraussetzung für Aufträge aus dem Ausland wo nach den industriellen Arbeitsplätzen zurzeit Service-Bereiche wie Buchhaltung und telefonische Kundenbetreuung (Call Center) besonders vom Outsourcing betroffen sind. Einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zu Folge hat bereits jedes vierte deutsche Spitzenunternehmen Service-Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. Fast jedes zweite Unternehmen (rund 40 Prozent) plant solche Maßnahmen für die Zukunft.

Wirtschaftsstandort Asien
Zu den bevorzugten Zielregionen europäischer Unternehmen gehört laut Studie neben Europa (51 Prozent) vor allem Asien mit 37 Prozent. Dort wiederum liegt ein besonderes Schwergewicht auf Indien (70 Prozent). Am Dax notierte Unternehmen erwirtschaften mittlerweile nur noch rund 30 Prozent ihrer Umsätze in Deutschland, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die ersten Konzerne wie Siemens und BMW ernten bereits die Früchte ihrer Outsourcing-Strategie und haben steigende Erträge angekündigt. (pte)


13.8.2004 10:29