ÖBB auf Kollisionskurs: Falscher Fahrplan
- Airliner Niki Lauda verlässt den Aufsichtsrat der Bundesbahnen

Der Politeinfluss ist stärker denn je. Die Aufsichtsräte sind empört Lauda zieht die Konsequenzen und geht.
Krisenmanagement steht bei der Bahn und dem für die ÖBB zuständigen Verkehrsminister Hubert Gorbach derzeit auf der Tagesordnung. Denn nach den heftigen Polit- und Personaldebatten in den vergangenen Wochen haben die Bahn-Verantwortlichen demnächst erneut hohen Erklärungsbedarf: Niki Lauda wird Ende August aus dem ÖBB-Aufsichtsrat ausziehen und zwar offenbar aufgrund der Tatsache, dass die Bahn von Gorbach & Co mehr denn je in die politische Zange genommen wird.
Lauda selbst bestätigt gegenüber NEWS nur, dass er nach der nächsten Aufsichtsratssitzung Ende August das Kontrollgremium vorzeitig verlässt: Ja, das ist richtig. Zu den Gründen für seinen spektakulären Schritt wollte er sich nicht äußern.
Enttäuscht und verstimmt. Aus Aufsichtsratskreisen ist allerdings zu hören, dass der Airliner schwer enttäuscht und verstimmt ist. Der Grund: Bei der Bestellung des neuen Aufsichtsrates Anfang April hatte Gorbach versprochen, dass die Fachleute im Kontrollgremium (siehe Kasten) unbehindert arbeiten können und sich die Politik
auf das notwendige Mindestmaß zurückzieht. Eingetreten ist allerdings das genaue Gegenteil. Die Interventionen aus dem Verkehrsministerium, so ist zu hören, sind intensiver denn je.
Gleich mehrere ÖBB-Aufsichtsräte bestätigen inoffiziell, dass der Politdruck kräftig gestiegen ist. Das gilt sowohl für bereits beschlossene Personalrochaden als auch für die derzeitige Suche nach Geschäftsführern für ÖBB-Töchter und einem neuen Vorstand für die ÖBB-Holding.
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