NEWS-Aktion: Helft den Kindern!
- Nun kommt Hilfe für die unschuldigen Kinder der Bürgerkriegsregion Darfur im Sudan.

Die Menschen im Sudan brauchen Hilfe: Eine Million sind auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg. Es fehlt an Medikamenten, Nahrung und Wasser.
Die junge Flüchtlingsfrau Fatima Yussef kauert in einem Verschlag aus Gras und Plastikplanen. Es ist kurz vor Mittag und unerträglich schwül hier in Darfur. Leise beginnt sie von dem schrecklichen Tag im April in ihrem Dorf Kailek zu erzählen. Die Männer fesselten mich an einen Esel und brachten mich in ein verlassenes Dorf, ein paar Kilometer entfernt. Sie nahmen meine Kleider, meine Schuhe. Schweiß fließt in Bächen über den Körper. Und mit jedem ihrer Worte wird die Hitze mehr zur Qual: Dann hielten sie mich fest; an den Armen, an den Beinen. Es dauerte Stunden, fast die ganze Nacht. Alle vier vergewaltigten mich. Einer nach dem anderen, während mich immer zwei zu Boden drückten. Fatimas Stimme zittert nicht, als sie der NEWS-Reporterin die Details der Tortur erzählt. Die 25-Jährige berichtet von den unvorstellbaren Schmerzen und der Demütigung, so, als ob sie einer fremden Frau von einer anderen Fremden erzählt. Irgendwann ließen sie mich. Sie setzten mich auf den Esel. Nackt. Ohne meine Kleider. Und so ritt ich zurück ins Dorf zu meinen Eltern.
Kind des Feindes. Wenig später sah sie, wie ihre Peiniger ihre halbe Familie ermordeten. Und heute weiß sie, dass einer davon der Vater ihres Kindes ist. Wird es ein Sohn, dann hat er ein schweres Leben. Dann ist es ein Araber, sagt die werdende Mutter scharf, in einem Anflug von Zorn. In etwa vier Monaten wird sie ihr Baby zur Welt bringen, in der Hütte mitten in der Stadt Kass, in Süd-Darfur, wo sie seit Monaten darauf wartet, dass ihr Leben weitergehen kann. 42.000 Vertriebene wie sie rotten sich hier zusammen. Gerade ein Dutzend Latrinen gibt es, und jetzt, in der Regenzeit, versinkt das Camp einmal pro Tag im Morast. Fatima wird bei der Geburt entkräftet sein, weil sie in den folgenden Monaten genauso wenig zu essen haben wird wie heute oder gestern. Wenn sie ihren gewölbten Bauch berührt, lächelt sie trotz allem fast glücklich. Aber es ist auch mein Kind, und ich werde es großziehen. Und lieben. Ich muss einfach hoffen, dass mir dies gelingen wird.
Die Frau hat in ihrem Leben unglaublich viel verloren. Erst lange vor dem Bürgerkrieg ihre ersten drei Kinder, dann den Mann, der sich von ihr scheiden ließ. Und jetzt wurde sie aus ihrer Heimat vertrieben. Fatima gehört zum Volk der Fur, der afrikanischen Bevölkerung des Westsudans. Im Mai floh sie aus ihrem Dorf Kailek mit den anderen Überlebenden des Überfalls durch die so genannten Janjaweeds. Fatima schiebt die Ereignisse so gut es geht von sich weg. Jede Nacht habe ich Alpträume. Vom Feuer in meinem Dorf. Vom Überfall. Aber ich träume nie von der Vergewaltigung. Meine Seele will mich schonen. Mich und vor allem mein Kind. Denn ich darf es nicht hassen. Es ist meines.
Arabische Milizen. Seit 19 Monaten tobt in Darfur, im Westen des Sudans, ein brutaler Bürgerkrieg. Im März 2003 starten zwei Rebellengruppen der schwarzen Bevölkerung den Aufstand gegen die Regierung in Khartum. Nach zwanzig Jahren Konflikt im Südsudan drohte dem riesengroßen Vielvölkerstaat ein weiterer Konfliktherd. Um den Aufstand zu ersticken, wurden die Kämpfer der arabischstämmigen Nomaden, Verbündete der Regierung, bis an die Zähne bewaffnet.
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