Mittwoch, 11. August 2004

Exklusiv: Der Akt des Visitators

  • Seminar-Insider und Diözesanmitarbeiter klagen an: „Homo-Sex im Alumnat!“

NEWS liegen die geheimen Dokumente aus dem Büro des Visitators vor: „Strafrechtliche Konsequenzen für Seminarleitung.“
Die Dokumente sind „streng vertraulich“ und „ausschließlich für die kirchlichen Gremien bestimmt“. NEWS liegen die geheimen Akten aus dem Büro des apostolischen Visitators vor – des Vorarlberger Diözesanbischofs Klaus Küng, der derzeit in St. Pölten als Exekutor agiert.

Freudenhaus für Homosexuelle. Die internen Papiere legen einen der größten Skandale in der österreichischen Kirchengeschichte offen. Zentrales Thema: „das Priesterseminar als Freudenhaus für Homosexuelle“, wie es in einem Dokument wörtlich heißt. Den brisanten Unterlagen zufolge schritt der St. Pöltner Bischof Kurt Krenn erst am 26. Juni 2004 ein – zu einem Zeitpunkt, als die Kinderporno-Affäre und die Homo-Liebschaften im Seminar längst amtsbekannt waren und die Exekutive bereits seit Monaten ermittelte.

Faktum ist: Kurt Krenn reagierte erst auf einen Brief von Karl Rottenschlager, dem Geschäftsführer des christlichen Vereins „Emmaus“. Am 25. Juni 2004 unterrichtete dieser den „hochwürdigen Herrn Diözesanbischof“, dass sich unter den verdächtigen Kinderporno-Konsumenten ein Alumne befinden würde, der in wenigen Tagen zum Priester geweiht werden sollte. Zitat: „Daher ist unter diesen Umständen eine Weihe absolut unverantwortlich.“

Strafrechtliche Konsequenzen. Zudem teilte Rottenschlager seinem Oberhirten mit, „dass mehrere Priesterstudenten …, aber auch Theologieprofessor Domkapitular Dr. F. Staudinger mit Informationen an mich herangetreten sind, die den dringenden Verdacht nahe legen, dass im Priesterseminar derzeit schwerwiegende Missstände bestehen, die nicht nur kirchenrechtlich, sondern auch strafrechtlich weitgehende Konsequenzen haben können.“

Als konkreten Vorwurf erhob Rottenschlager unter anderem den „Missbrauch von Abhängigkeitsverhältnissen, welche von der Seminarleitung nicht nur geduldet, sondern seit etwa 3 Jahren in mindestens 7 bis 8 Fällen sogar konsequent betrieben wurden“. Der Theologe berichtete, dass auch junge Studenten aus dem Canisiusheim in Horn „in diese homosexuellen Abhängigkeiten hineingezogen worden seien“.

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11.8.2004 13:46