Streit bei der AUA: Leitl will sich in Konflikt nicht erneut persönlich einschalten
- 'Ruf nach Sozialpartnerspitze wie Kinder im Sandkasten'
- Ball liegt bei Management und Betriebsrat
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Weitere Streiks durchaus im Bereich des möglichen
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Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl lehnt es ab, sich in den Konflikt um den neuen Kollektivvertrag bei den Austrian Airlines wie im Vorjahr erneut persönlich einzuschalten. Der Ball liege nun im Unternehmen selbst: Management und Betriebsrat sollten sich einigen. "Jetzt gleich wieder nach den Spitzen zu rufen, halte ich nicht für sinnvoll", betonte Leitl: "Das käme mir vor wie Kinder in einem Sandkasten."
Sollte nicht sehr rasch ein Konsens gefunden werden, drohe die Gefahr, dass bei dem vor schwierigen Entscheidungen stehenden Unternehmen Zukunftschancen verspielt werden, warnte Leitl. Im Sinne der langfristigen Sicherung des Unternehmens müsse weiterverhandelt und das innerbetriebliche Gesprächsklima verbessert werden.
Streiks oder Streikdrohungen seien solange unzulässig als sie ohne Rückendeckung des ÖGB-Bundesvorstandes erfolgen und somit nicht durch die Streikordnung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes gedeckt sind, erinnerte Leitl. Dies sei bei der letzten Runde der Sozialpartnerspitzen zu diesem Thema ausdrücklich fixiert worden - auch um eine Verunsicherung der Passagiere hintanzuhalten und den Ruf des Unternehmens nicht zu gefährden.
Wie berichtet waren auf Vermittlung der Sozialpartnerspitzen - ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch und WKÖ-Präsident Leitl - am 17. November 2003 und am 30. März 2004 Grundsatzvereinbarungen als Rahmen für den gemeinsamen AUA-Kollektivvertrag fixiert worden, an die sich beide Seiten bei den weiteren Gesprächen halten sollten.
Seit Ende Juli ist der Konflikt im Zuge der Ausformulierung der KV-Details wieder eskaliert, Betriebsrat und Management warfen einander seither eine Verletzung der Rahmenvereinbarungen vor. Kern des seit Anfang 2003 schwelenden Konflikts ist die geplante Zusammenlegung des Flugbetriebs von AUA und Lauda Air und die Einführung eines gemeinsamen KV für das Bordpersonal.
Dass laut AUA-Management einige Fortschritte erzielt werden konnten, begrüßte Leitl: "Das ist immerhin etwas." Dabei seien wichtige Punkte außer Streit gestellt und Annäherungen erzielt worden, meinte dazu am Vormittag der Verhandler für die Luftfahrt in der Wirtschaftskammer Österreich, Christian Vanik: So sei die Arbeitnehmerseite etwa durch eine schriftliche Klarstellung überzeugt worden, dass über die Aufrechterhaltung der Lauda Air kein Schlupfloch für einen KV-freien Raum eröffnet werden solle. (apa/red)
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