Freitag, 13. August 2004

Kampf um die US-Präsidentschaft: Die Ketchupmillionen der Kerrys

  • FORMAT: Dank Heinz Ketchup sind die Kerrys das reichste Paar, das je ins weiße Haus wollte

US-Präsidentschaftskandidat John Kerry, 60, und Teresa Heinz Kerry, 65, sind nach ihrer Ehefusion, wie oft gewitzelt wird, heute eine Milliarde Dollar schwer - und damit das mit Abstand reichste Paar, das jemals nach dem Oval Office trachtete. Amtsinhaber George W. Bush ist zwar auch Ölmillionär, kommt aber bei weitem nicht heran.

Die Kerrys verdanken ihren Reichtum dem Ketchupgiganten Heinz Company: Teresa war mit Senator John Heinz verheiratet, dem direkten Nachfahren des Firmengründers in dritter Generation. Nach dessen Tod bei einem Flugzeugcrash 1991 erbten Teresa und die drei Söhne 550 Millionen Dollar plus Immobilien. John Kerry trug wenig zum Vermögen bei. Obwohl aus angesehener Boston-Familie, lebte er bis Anfang der 90er vom recht durchschnittlichen Jahressalär eines Senators in Höhe von 125.000 Dollar pro Jahr. Erst als er 1995 Ms Heinz ehelichte, trat er in die Wunderwelt bequemer Villen, flotter Privatjets und feiner Kunstgegenstände ein.

Die Kerry-Kandidatur rückt auch den Lebensmittelgiganten Heinz wieder einmal ins internationale Rampenlicht. Dessen Tomatenketchup dominiert mit 60 Prozent Anteil den US-Markt und ist auch in Österreich jedem Kind ein Begriff. Unter den insgesamt 1.300 Heinz-Produkten finden sich aber auch Tiefkühlspeisen, Würste, Bohnen und Pasta.

Vor zwei Jahren verkaufte der aktuelle Vorstandschef William R. Johnson mehrere Bereiche - Seafood, Tierfutter, Babynahrung und Suppen - an Del Monte Foods, wo ebenfalls Heinz die Mehrheit hält.

Die Ambitionen von John Kerry verfolgt Johnson mit Skepsis. Es setzte schon eine Flut teils wütender Protestbriefe von Bush-Fans, die der Firma eine finanzielle Unterstützung der Kerry-Kampagne unterstellten. Sogar eine eigene Ketchupmarke namens "W", dem Mittelnameninitial des Präsidenten, wurde von Bush-Anhängern kreiert. Die Heinz-Führung fürchtet Umsatzeinbußen.

Für Präsidentschaftskandidat John Kerry ist Distanz zum Nahrungsmittelkonzern Heinz ebenfalls nur von Vorteil. Denn die Heinz Company eignet sich keinesfalls als klassische Vorzeigefirma für die nach den Bilanzskandalen wirtschaftsskeptischen US-Wähler.

Heinz hat wie die meisten Großunternehmen Jobs nach Übersee verlagert und fand durch kreative Buchhalter lukrative Steueroasen ebendort - beides legale, doch gerade in diesem Wahlkampf wegen der miesen Joblage und der Rekorde beim Budgetdefizit nicht sehr populäre Wahlkampfthemen.

Die komplette Story lesen Sie im aktuellen FORMAT

13.8.2004 10:51