Es sprudelt beim Wasseraufbereiter BWT: Ergebnis und Umsatz wuchsen stark
- Optimistische Prognosen für 2004 bekräftigt
Kräftiger als erwartet konnte der börsenotierte oberösterreichische Wasseraufbereiter BWT (Mondsee) im 1. Halbjahr Umsatz und Ergebnis steigern. Für 2004 wird eine höhere Dividende in Aussicht gestellt.
Auf Basis der Entwicklung im ersten Halbjahr und der guten Auftragslage hat das BWT-Mangement am Freitag die optimistischen Prognosen für das Geschäftsjahr bekräftigt 2004. "Aus heutiger Sicht gehe ich davon aus, dass wir unsere bisherigen Schätzungen von 450 Millionen Euro Umsatz und 15 Millionen Konzernergebnis übertreffen werden", sagte BWT Vorstandsvorsitzender Andreas Weißenbacher in Bloomberg TV. Der Auftragseingang der BWT-Gruppe lag im ersten Halbjahr mit 275,4 Mio. Euro um 37,1 Prozent über dem Vorjahresvergleichswert. Der Auftragsbestand zum 30.6. mit 137,4 Mio. Euro um 9 Prozent höher.
Das Wassertechnologieunternehmen konnte im ersten Halbjahr 2004 in allen Geschäftsbereichen sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis zulegen. Der Umsatz im größten Geschäftsbereich Aqua Ecolife Technologies (AET) wuchs um 24,2 Prozent auf 158,1 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg in dem Bereich um 16,6 Prozent auf 17,63 Mio. Euro. Die Umsatzsteigerung sei durch die Einbeziehung der im Juli des Vorjahres akquirierte skandinavische HOH-Gruppe mitbestimmt. Das organische Wachstum ohne HOH sei bei 10,8 Prozent gelegen, wozu Steigerungen in Deutschland und Frankreich beigetragen haben, so das Unternehmen.
Im Bereich Aqua Systems Technologies (AST), in dem das Industriegeschäft angesiedelt ist, legte umsatzmäßig um 26,2 Prozent auf 83,2 Mio. Euro zu. Das EBIT verbesserte sich um 83,5 Prozent auf -0,9 Mio. Euro. Operativ sei der Bereich bereits ausgeglichen gewesen, die Zahl inkludiert allerdings eine Goodwillabschreibung von etwa 1,1 Mio. Euro, wurde heute betont. Der Mehrumsatz stammt zum Großteil von der Christ Gruppe, wo insbesondere das Pharmageschäft und das wiederangesprungene Halbleitergeschäft anzogen.
In der Reinstwasseraufbereitung für die Pharmaindustrie aber auch im Dienstleistungsbereich - vor allem in Asien - soll auch in der nächsten Zeit der Schwerpunkt der Aktivitäten und eventuellen Akquisitionen liegen, sagte Weißenbacher im Interview. Die Abhängigkeit von der Halbleiterindustrie, die der BWT in den vergangenen Jahren auch vorgeworfen worden war, soll weiter reduziert werden. 2006 sollen nur noch 6 Prozent der Industrieumsätze aus dem Bereich stammen. Weißenbacher geht davon aus, dass sich das Halbleitergeschäft auf dem jetzigen Niveau halten wird.
Der forschungsintensive Bereich Fuel Cell Membrane Technologies (FCM) hat 1,4 Mio. Euro umgesetzt nach 0,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBIT verbesserte sich um 26,2 Prozent auf -0,45 Mio. Euro. In diesem Zusammenhang betonte Weißenbacher neuerlich, dass BWT zwar die besten Membranen für Brennstoffzellen liefere, allerdings von der Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie insgesamt abhängig sei.
Die BWT-Gruppe hat im Halbjahr 3,5 Mio. Euro investiert, um ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Mitarbeiterstand stieg durch die HOH-Akquisition auf 2.696 Personen (Ende Juni 2003: 2.446).
Weiter verbessert hat sich die Finanzstruktur: Der Cash-Flow aus dem Ergebnis stieg in den ersten sechs Monaten um 38 Prozent auf 15,6 Mio. Euro. Die Nettoverschuldung sank trotz Investitionen und einer Dividendenzahlung in Höhe von 4,3 Mio. Euro auf 78,8 Mio. Euro. Das Gearing lag bei 60,9 Prozent und damit auf dem niedrigsten Wert seit Ende des Jahres 2000, so das Unternehmen.(apa/red)
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